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Eigenheimfinanzierung ohne Eigenkapital – wie geht das?

Eine Eigenheimfinanzierung ohne Eigenkapital ist zwar denkbar, aber für den Normalverbraucher unerschwinglich. Wer ohne Eigenkapital finanzieren will, braucht andere Sicherheiten – und ein sicheres Einkommen.

eigenheimfinanzierung ohne eigenkapital
Foto: © Thorben Wengert / http://www.pixelio.de

Eine Eigenheimfinanzierung ohne Eigenkapital war einst auch für einen gut verdienenden Normalbürger möglich. Als Bauträger noch ihre auf Vorrat gebauten Immobilien an den Mann bringen wollten. Das galt insbesondere für Eigentumswohnungen. Dann gab es Absprachen zwischen dem Bauträger und den oft indirekt beteiligten Banken, einem Gutverdiener die Wohnung oder das Haus auch ohne oder mit geringem Eigenkapital zu finanzieren. Damit war die Immobilie dann wenigstens verkauft und musste nicht mehr im eigenen Bestand gehalten werden. Für die Finanzierung erhielt man Zinsen. Zahlte der Kunde dann noch 10 % der Kaufsumme als Disagio – dies war für ihn steuerlich günstig –, dann konnte die Eigenheimfinanzierung ohne Eigenkapital durchaus Wirklichkeit werden.

Heute ist dies kaum noch möglich. Insbesondere die Finanzkrise, die auch durch solche Geschäfte ausgelöst wurde, hat dazu geführt, dass die Banken bei der Kreditgewährung äußerst vorsichtig agieren. Da gibt es für den „normalen“ Interessenten keine Möglichkeit mehr, ein solches Schnäppchen zu finden.

Wer dennoch an eine Finanzierung ohne Eigenkapital denkt, muss Bedingungen erfüllen, die im Normalfall so nicht gegeben sind. Er muss über weitere Sicherheiten verfügen, sodass die gesamte Finanzierung abgesichert ist. Dabei ist die Beleihungsgrenze zu beachten. Selbst Staatsanleihen werden nicht zu 100 % beliehen – auch sie könnten ja bei steigenden Zinsen von einem Kursverfall bedroht sein.

Die zweite Hürde ist ein monatliches Einkommen, das die Zins- und Tilgungszahlungen definitiv abdeckt. Auch hier stellen die Banken hohe Anforderungen. Das Einkommen muss nicht nur auf absehbare Zeit erzielt werden können, sondern schon für einen Zeitraum von zehn Jahren gesichert sein. Dieses Kriterium dürften nur höher besoldete Staatsdiener erfüllen können. Eventuell bleibt noch der Ausweg, eine wesentlich höhere als die übliche einprozentige Tilgung zu vereinbaren. Wenn dann kurzfristig eine wesentliche Abnahme der Schuld erreichbar ist, könnte die Bank die Sicherheiten wieder etwas günstiger in ihre Gesamtbetrachtung einbeziehen.