DAX+0,27 % EUR/USD-0,14 % Gold+0,10 % Öl (Brent)0,00 %

Bei der Finanzierung ohne Eigenkapital müssen Sie auf Folgendes achten

Gerade junge Familien hatten oft noch nicht die Möglichkeit, Kapital anzusparen, um sich eine Immobilie zu kaufen. Wer dennoch in Wohneigentum investieren möchte, kann eine Vollfinanzierung beantragen.

Die Finanzierung einer Immobilie ohne vorhandenes Eigenkapital wird auch als Vollfinanzierung bezeichnet. Viele Banken bieten ihren Kunden die Möglichkeit, diese Vollfinanzierung zu nutzen. Diese Option wurde jedoch nicht immer angeboten. Generell verlangen Banken nicht selten einen Eigenanteil von mindestens 20 % des Kaufpreises für eine Immobilie. Kunden, die ein Darlehen wollten, welches 80 % des Kaufbetrages überstieg, bekamen dieses meist nicht genehmigt. Inzwischen ist es normal, dass den Kunden ein Kreditbetrag in voller Höhe gewährt wird. Oft wird dieser auch auf 105 % angehoben, sodass noch Kapital für eine Ausstattung des Eigenheimes besteht.

Die Zielgruppe für diese Finanzierungsmöglichkeit sind junge Kunden, die einen guten und sicheren Verdienst, bisher aber noch keine Ansparungen getätigt haben. Damit auch diese Kundengruppe Wohneigentum finanzieren kann, wird ein Vollkredit angeboten. Wer plant, eine Immobilie ohne Eigenkapital zu finanzieren, muss auf einiges achten. Voraussetzung ist, dass der Kreditnehmer ein gesichertes Arbeitsverhältnis nachweisen kann. Bei einem persönlichen Gespräch mit der Bank wird eine Rechnung aufgestellt, um zu überprüfen, ob die Raten dauerhaft tragbar sind. Ob sich eine Vollfinanzierung lohnt, ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Der Nachteil ist, dass bei einem Verkauf der Immobilie nicht immer genug Geld erzielt wird, um die Vollfinanzierung abzulösen. Das ist besonders bei einer 120-%-Finanzierung der Fall. Kommt es soweit, dass der Kreditnehmer nicht mehr in der Lage ist, die Raten zu begleichen, muss die Immobilie verkauft werden. Je nachdem, wie viel schon abgezahlt ist, kann es also passieren, dass trotz des Verkaufs des Hauses noch ein zu zahlender Kreditbetrag übrig bleibt. Dann zahlt der Kreditnehmer weiter ab und hat keine Immobilie mehr. Mit einer Finanzierung, die 20 % Eigenkapital beinhaltet, ist dieses Risiko geringer.

Ob es sich aber wirklich lohnt, mit dem Immobilienkauf zu warten, bis das notwendige Eigenkapital vorhanden ist, hängt auch stark von den Immobilienpreisen ab. Die Vollfinanzierung ermöglicht, dass auch Käufer ohne Eigenkapital Marktschwankungen zu ihrem Vorteil nutzen können. Die Banken profitieren von den Vollfinanzierungen durch höhere Zinsen. Das bedeutet, dass der Kreditnehmer eine höhere Schuld aufnimmt, als dies mit Eigenkapital der Fall wäre. Da es aber keine Garantie gibt, dass nicht auch die Zinsen bei Ratenkrediten auf die Dauer steigen, ist das Risiko abzuwägen. Wichtig ist nur, dass auch bei einer Vollfinanzierung genug Einkommen da ist, um die Raten bequem zu decken. Zudem ist daran zu denken, dass auch während der Laufzeit weitere Kosten auf den Käufer zukommen können. Für diese sollte es möglich sein, trotz Zahlung der Raten Rücklagen bilden zu können. Trifft dies auf das Einkommen des Käufers zu, ist dieses Finanzierungsmodell eine Möglichkeit, auch ohne Kapital in eine eigene Immobilie zu investieren. Eine seriöse Bank unterstützt den Kreditnehmer bei der Erstellung eines Finanzierungsplanes, weist auf mögliche Risiken hin und gewährt eine Vollfinanzierung nur dann, wenn eine dauerhafte Rückzahlung absehbar ist. Vor dem Abschluss lohnt es sich, die Angebote am Markt zu vergleichen. Teilweise gibt es Zinsschwankungen von mehreren Prozent, die auf die Dauer zu großen Ersparnissen führen können. Auch die Bearbeitungsgebühren variieren stark.