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Verzugszinsen berechnen - mehrere Faktoren entscheiden

Zahlt ein Privat- oder Geschäftsmann seine Schulden nicht rechtzeitig zurück, so kann der Rechnungssteller so genannte „Verzugszinsen“ geltend machen. Die Höhe hängt von mehreren Faktoren ab.

Genau wie in den meisten anderen europäischen Ländern auch, ist die Berechnung von Verzugszinsen auch in Deutschland gesetzlich geregelt. Die Zinshöhe ist in den Paragrafen ebenso festgeschrieben wie beispielsweise der Zeitrahmen.

Als Referenzgröße für die Berechnung der Verzugszinsen dient der „Basiszinssatz“, der von der Deutschen Bundesbank jeweils am 01. Januar und am 01. Juli festgelegt wird. Unterschieden wird bei der Berechnung der Verzugszinsen unter anderem nach der Art des Geschäftes. Ist der Schuldner Privatmann, so handelt es sich um ein Verbrauchergeschäft. Der Zinssatz für die Verzugszinsen liegt damit laut gesetzlicher Vorschrift 5 Prozent über dem festgelegten Basiszinssatz. Wurde das entsprechende Geschäft dagegen zwischen zwei Geschäftsleuten oder zwei Firmen abgewickelt, so handelt es sich um ein Handelsgeschäft und der Zinssatz für die Verzugszinsen liegt 8 Prozent über dem Basiszinssatz.

Neben der Höhe des Zinssatzes ist für die Berechnung der Verzugszinsen auch der sogenannte Verzugszeitraum entscheidend, denn die Verzugszinsen werden tageweise berechnet. Auch der Verzugszeitraum ist gesetzlich geregelt und beginnt einen Tag, nachdem der entsprechende Rechnungsbetrag fällig war. Der Verzugszeitraum endet, wenn die geschuldete Summe bezahlt wurde. War eine Rechnung also beispielsweise am 10.01. fällig und wird am 13.01. bezahlt, so ergibt sich ein Verzugszeitraum von insgesamt drei Tagen, für die die Verzugszinsen fällig werden.