Baugeld-Zinsprognose: Von fallenden Zinsen profitieren

Bei der Aufnahme eines Baudarlehens sollte in jedem Fall auch das allgemeine Marktzinsniveau im Auge behalten werden. Dieses kann erheblich über die späteren Gesamtkosten mitentscheiden.

Nicht ganz zu Unrecht wird Deutschland als das Land der Häuslebauer bezeichnet. Viele Menschen treffen irgendwann in ihrem Leben die Entscheidung, sich ein eigenes Heim zu errichten, sei es nun eine Eigentumswohnung, ein Reihenhaus, eine Doppelhaushälfte oder ein Einzelhaus. Da es sich bei einer solchen Entscheidung auch immer um eine gewichtige finanzielle Entscheidung handelt, will diese gründlich geplant sein. Erst wenn ein regelmäßiges Einkommen in ausreichender Höhe gegeben ist, trauen die meisten sich an den Erwerb einer Immobilie, um die Belastung aus der Kreditfinanzierung tragen zu können. Das Baudarlehen weist seiner Struktur nach dabei eine ganze Reihe von Kostenfaktoren auf, die man kennen sollte, damit eine vernünftige Finanzplanung gelingen kann.

Die Frage, ob der Bau eines Hauses eine gute Entscheidung war oder nicht, entscheidet sich meist erst nach vielen Jahren und der allgemeinen Marktzinsentwicklung, die einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtkosten haben kann. Hierzu muss verdeutlicht werden, woraus diese Kosten sich beim Hausbau eigentlich zusammensetzen. Da nur die wenigsten eine solche Immobilie bar bezahlen können, sind sie auf einen entsprechenden Bankkredit für die Baufinanzierung angewiesen. Es müssen demnach über einen Zeitraum von vielen Jahren und häufig sogar Jahrzehnten Tilgungszahlungen an die Bank erfolgen und die angefallenen Zinsen beglichen werden. Die Tilgungszahlungen sind ihrer Höhe nach nicht mehr veränderbar bei Betrachtung der Gesamtkosten, die Zinsen jedoch können in einer gewissen Bandbreite variieren.

Da das allgemeine Zinsniveau steigen oder fallen, und damit von jenem Zinsniveau abweichen kann, das bei Vertragsabschluss galt, können die späteren Kosten sich durchaus noch verändern. Meistens werden mit den Banken jedoch Verträge ausgehandelt, bei denen eine Obergrenze für die Zinshöhe festgelegt wird, die in keinem Fall überschritten wird. Hausbauer werden deshalb bestrebt sein, ein Darlehen aufzunehmen mit der Aussicht, dass die Zinsen in der Zukunft fallen werden. Auf diese Weise kann die Gesamtbelastung deutlich nach unten gesenkt werden, es besteht jedoch auch immer das Risiko, dass sie Marktzinsentwicklung in die andere Richtung gehen wird. Daher ist es in jedem Fall besser, bei den Zinskosten einen gewissen Spielraum nach oben hin zu haben, damit man von steigenden Zinsen nicht überrascht wird.

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