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Zinsgünstige Darlehen vom Staat: Rahmen, Perspektiven

Für Unternehmen wie Haushalte besteht oft die Notwendigkeit einer unmittelbaren Fremdfinanzierung. Auf dieser Basis werden Kredite von Banken angeboten, - aber auch Mikrodarlehen vom Staat.

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Unter einem Darlehen versteht man einen schuldrechtlichen Vertrag, in dessen Durchführung dem Schuldner eine bestimmte Geldmenge oder ein Gegenstand (Sachdarlehen) zur Verfügung überlassen wird; diese Form der Finanzierung wird daher als Überbrückungswerkzeug betrachtet, und vor allem kurzfristig in Anspruch genommen. Nach Ablauf der anfangs festgelegten Zeitspanne der Geldaufnahme, ist der Darlehensnehmer verpflichtet, seinem Geber den Betrag der Schuld oder einen Gegenwert der Sache zurückzuerstatten.

Dem folgend, spricht man vom Vollzugsdatum einer Schuld als "Fälligkeit", bei der Übergabe des Darlehens vom Geber an den Nehmer entsprechend von einem Passen der "Darlehensvaluta". In so gut wie jedem Darlehensvertrag ist ein Zinsatz festgelegt, der sich individuell auf Kreditvolumen und Zeitspanne bezieht; dieser ist mit der Fälligkeit in seiner angefallenen Größe zu begleichen.

Auf Seriosität vertrauend, scheint es, als wäre der Staat die bequemste Institution, um sich Geld zu leihen. Hier steht die Freundlichkeit außer Frage, Konditionen sollten bürger- und somit nehmergerecht sein, und zudem sind bei Kleinkrediten, die als Angebot geschaffen wurden, um dem Menschen dienlich zu sein, nur geringe Zinssätze zu erwarten. Der Staat wiederum hat selbst ein Interesse daran, seinen Bürgern Darlehen zu gewähren; so lässt sich hiermit die Wirtschaft im Kleinen ankurbeln, eine Selbstständigkeit weiterführen oder schlicht eine Schicksalsnot zum Guten wenden. Denn, wird eine Not gewendet, muss der Notleidende nicht das soziale Netz bemühen.

Dass der Staat seinen Bürgern in gewissen Fällen Geld geben sollte, ist somit eine alte Idee: In der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik wurden Begriffe wie "deficit-spending" und latente Kritik am "schmalen Staat" zu Schlagworten der Geschichte. Aus kritischer Sicht wäre an diesem Staatsdarlehen-Ansatz anzumerken, dass der Bürger nicht motiviert werden sollte, in schwierige Situationen zu kommen und dass zinsgünstige Kredite, die schon fast den Charakter von Subventionen besitzen, auch nicht immer den gewünschtem Nutzen erbringen könnten. Sie würden somit nicht gleichbleibend effektiv sein. Trotzdem aber hat sich eine derartige Form der Staatsfürsorge etabliert, während die echte nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik in ihrer reinen Ausprägung schon in den 60er-Jahren zu verschwinden begann. Heutige Wirtschaftspolitik kennzeichnet sich vor allem durch ein Konglomerat verschiedener Ideen, Denkrichtungen und Meinungen. Beispielsweise werden staatliche Darlehen eben nur für Investitionen, und nicht für den Konsum gewährt.