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Bei hoher Verschuldung private Insolvenz anmelden

Auch wenn man so hohe Schulden hat, dass man sie mit einem durchschnittlichen Verdienst im ganzen Leben nicht zurückzahlen können wird, gibt es eine Möglichkeit, wieder schuldenfrei zu werden: die private Insolvenz.

private insolvenz anmelden
Foto: © insektivor212 / http://www.pixelio.de

Die private Insolvenz ist eine gute Lösung für Menschen, die hohe private Schulden haben und denen es nicht möglich ist, diese in absehbarer Zeit zurückzuzahlen. Wer z. B. bei Versandhäusern oder im Internet bestellt hat und die Rechnungen nicht bezahlen kann oder mit einem hohen Schuldenberg eine selbstständige Tätigkeit aufgeben muss, kann eine Privatinsolvenz anmelden. Dies ist ein Verfahren, durch das der Schuldner nach einigen Jahren schuldenfrei sein kann.

Wer eine Privatinsolvenz anmelden möchte, sollte sich an das zuständige Amtsgericht wenden. Dort gibt es Fachleute, die die Beaufsichtigung des Verfahrens übernehmen. Ein erster Schritt ist die Auflistung sämtlicher Gläubiger und der entsprechenden Beträge. Oftmals ist dies für den Schuldner nicht einfach, da er bereits den Überblick über die Schulden verloren hat. Nicht selten fehlen Rechnungen oder Mahnungen, wenn sie nach der postalischen Zustellung nicht geöffnet und ordnungsgemäß abgeheftet wurden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Einkommen des Schuldners, denn daran werden die Beträge gemessen, die an die Gläubiger gezahlt werden. Wer eine Privatinsolvenz durchläuft, darf von seinem monatlichen Einkommen eine den jeweiligen Freibeträgen entsprechende Summe für den Lebensunterhalt behalten, der restliche Betrag wird für die Tilgung der Schulden verwendet. Ein Mitarbeiter des Gerichtes überwacht über einen Zeitraum von sechs Jahren diese Vorgänge, nach Ablauf dieser Frist ist man schuldenfrei.

Während der Zeit der Privatinsolvenz unterliegt der Schuldner strengen Regeln: Er muss sämtliche Einkünfte dem Insolvenzverwalter melden und nach seinen finanziellen Möglichkeiten Raten an die Gläubiger überweisen. Anschaffungen wie ein neues Auto sind in dieser Zeit nur ausnahmsweise möglich, z. B. wenn das Fahrzeug dringend für den Weg zur Arbeitsstelle benötigt wird. Schließlich ist das monatliche Einkommen die Voraussetzung für die Rückzahlung der Schulden. Auch Geld für Urlaub oder die Anschaffung von teurer Unterhaltungselektronik bleibt dem Schuldner in dieser Zeit in der Regel nicht.

Bevor man eine private Insolvenz anmeldet, sollte man eine Schuldnerberatung aufsuchen. Diese gibt es mittlerweile in nahezu jeder größeren Stadt und oftmals werden sie von karitativen Einrichtungen getragen. Ein Schuldnerberater kann dabei helfen, einen Überblick über die eigene finanzielle Situation zu erhalten und Lösungswege aufzuzeigen. Manchmal ist es möglich, mithilfe eines Vergleiches ein Insolvenzverfahren zu vermeiden. Es ist möglich, dass ein Gläubiger auf den Großteil des Betrages verzichtet, wenn er sofort einen kleineren Betrag erhält. Schließlich ist ein Insolvenzverfahren in der Regel sehr langwierig, erzeugt hohe Verwaltungskosten und die Gläubiger erhalten meist nur sehr geringe Beträge. Daher kann ein Vergleich für einige Schuldner eine sinnvolle Alternative zum privaten Insolvenzverfahren darstellen.

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