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Pfändbares Einkommen hängt von zwei Faktoren ab

Die Höhe der pfändbaren Einnahmen richtet sich nach der Anzahl der unterhaltspflichtigen Personen, die von der zu pfändenden Person abhängig sind, sowie nach der Höhe des Einkommens selbst.

pfändbares einkommen
Foto: © S. Hofschlaeger / http://www.pixelio.de

Anders als bei den Tabellen zur Berechnung von Unterhalt, die zwar auf breiter Basis angewendet werden, aber nicht verbindlich sind, werden die Pfändungstabellen alle sechs Jahre einheitlich festgelegt und sind verbindlich. Die letzte Anpassung erfolgte 2005, und die damals festgelegten Sätze gelten noch bis zum 30.06.2011. Neben der Höhe des Einkommens der zu pfändenden Person ist der Hauptfaktor für die Berechnung des pfändbaren Anteils die Anzahl der unterhaltspflichtigen Personen. Je mehr Personen von dem Einkommen leben müssen, desto höher ist der Betrag, der gar nicht gepfändet werden kann. Allerdings gilt für alle pfändbaren Schuldner eine Höchstgrenze beim Einkommen, die aktuell bei netto 3.020,06 Euro liegt. Alle darüber hinausgehenden Nettoeinkünfte werden zu 100 % gepfändet, und von dem Höchstbetrag wird je nach Anzahl der unterhaltspflichtigen Personen ebenfalls ein Betrag gepfändet.

Für einen Schuldner ohne unterhaltspflichtige Personen können vom Höchstbetrag dabei 1.424,40 Euro gepfändet werden, so dass diesem Schuldner maximal 1.595,66 Euro verbleiben. Bei fünf unterhaltspflichtigen Personen werden hingegen nur 83,79 Euro vom Höchstbetrag gepfändet, so dass einer Familie mit sechs Personen 2.936,27 Euro zum Leben verbleiben. Für die pfändungsfreien Beträge verhält es sich ähnlich, da einem Schuldner ohne unterhaltspflichtige Personen maximal 989,99 Euro pfändungsfrei verbleiben. Ab einem Nettoeinkommen von 990,00 Euro werden dem Schuldner 3,40 Euro gepfändet, so dass er bei genau 990,00 Euro Einkommen sogar weniger als den Pfändungsfreibetrag zur Verfügung hat. Obwohl eine derartige Konstellation eher selten vorkommen sollte, lohnt sich in einem solchen Fall eventuell ein Gespräch mit dem Arbeitgeber.

Hat der Schuldner eine unterhaltspflichtige Person, erhöht sich das nicht pfändbare Einkommen auf 1.359,99 Euro. Auch die Pfändungshöhe des Mehreinkommens über dem Freibetrag ist unterschiedlich. So werden von 10,00 Euro Mehreinkommen bei einem Schuldner ohne Unterhaltsverpflichtungen 7,00 Euro gepfändet, während dies bei einem Schuldner mit einer unterhaltspflichtigen Person nur 5,00 Euro sind. Bei zwei unterhaltspflichtigen Personen liegt der Freibetrag bei 1.569,99 Euro, und pro 10,00 Euro Nettomehreinkommen werden 4,00 Euro gepfändet.