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Der Kfz-Steuersatz hängt von vielen Faktoren ab

Die Kraftfahrzeugsteuer muss von jedem Fahrzeughalter in Deutschland für ein Fahrzeug bezahlt werden. Bei der Bemessung des Steuersatzes spielen viele Parameter des Kraftfahrzeuges einen Rolle.

Die Kraftfahrzeugsteuer muss für jedes Kraftfahrzeug in Deutschland beglichen werden. Sie gilt aber nur für zugelassene Fahrzeuge, die auf deutschen Straßen fahren. Die Höhe der Besteuerung hängt von vielen Faktoren ab. Diese Faktoren unterscheiden sich ebenfalls nach der Art des Kraftfahrzeuges.

Die gängigste Form von Kraftfahrzeugen in Deutschland sind Personenkraftwagen. Deren Steuersatz hängt von drei Parametern des Fahrzeuges ab: dem Hubraum, den Schadstoff- und den Kohlendioxidemissionen. Die Steuer ist vom Fahrzeughalter zu entrichten. Die Schadstoffkennwerte und Kohlendioxidemissionen des Fahrzeuges werden bei einer speziellen Zulassungsstelle ermittelt. Das Fahrzeug wird dann entsprechend der Werte einer Schadstoffklasse zugeordnet. Es gibt die Schadstoffklassen Euro1 bis Euro6 für neuere Fahrzeuge, wobei Euro6 die schadstoffärmsten Fahrzeuge beinhaltet. Der Fahrzeughalter solcher Fahrzeuge muss den geringsten Steuersatz bezahlen. Neben den Euro-Schadstoffklassen gibt es auch Unterscheidungen bei den älteren Fahrzeugen. Es gibt die schadstoffarmen Fahrzeuge, die bei Ozonalarm fahren dürfen, und solche, denen das Fahren bei einem solchen Alarm verboten ist. Letztere Fahrzeuge werden sehr hoch besteuert. Es gibt noch eine unterste Schadstoffklasse, die den höchsten Steuersatz verlangt. Diese Fahrzeuge sind keiner anderen Schadstoffklasse zuordenbar. Für Fahrzeuge, die bestimmten Schadstoffnormen nicht entsprechen, sind zudem bestimmte Stadtgebiete gesperrt. Die Fahrzeughalter müssen bei Nichtbeachtung der Sperrregeln meist hohe Strafen in die Kommunalkasse zahlen. Wie bereits erwähnt, werden Zuschläge auf den Steuersatz beaufschlagt, wenn das Fahrzeug eine bestimmte Grenzmenge an Kohlenstoffdioxidemissionen freisetzt. Der Grenzwert für diese Emissionen liegt hierzulande bei 120 g je gefahrenem Kilometer. Weiterhin werden Fahrzeuge mit einem Rußfilter steuerlich begünstigt. Dies betrifft insbesondere Dieselfahrzeuge, die im Vergleich zu Fahrzeugen mit einem Otto-Motor mehr Schadstoffe produzieren und ausstoßen.

Andere Fahrzeugtypen als PKW werden nach anderen Gesichtspunkten besteuert. Bei Wohnmobilen beispielsweise wird ebenfalls deren Gesamtmasse bei der Besteuerung berücksichtigt. Das betrifft ebenso Lastkraftwagen, deren Gesamtgewicht pro 200 kg mit einer Pauschale in die Besteuerung eingeht. Weiterhin werden bei der Besteuerung von LKW deren Geräuschemissionen und natürlich deren Schadstoffausstoß berücksichtigt. Wie oftmals im deutschen Steuerrecht gibt es zahlreiche Ausnahmen und Sonderregelungen für Anhänger und Sonderkraftfahrzeuge über deren Besteuerung. Die Kraftfahrzeugsteuer wird monatlich für jeden angefangenen Monat nach der Zulassung dem Fahrzeughalter in Rechnung gestellt.

Unter Politikern und Experten gibt es seit Jahren eine rege Diskussion, die Kraftfahrzeugsteuer vollkommen auf die Mineralölsteuer umzulegen. Diese Maßnahme hätte den Vorteil, dass Touristen ebenfalls für die Benutzung der deutschen Straßen eine Gebühr entrichten müssten, ähnlich wie bei einer Maut. Allerdings sind die Steuerzuschläge auf den Kraftstoffpreis in Deutschland ohnehin sehr hoch. In den europäischen Nachbarländern ist die Mineralölsteuer niedriger als hierzulande, daher herrscht schon jetzt ein starker Tanktourismus an den deutschen Grenzen, der durch diese Maßnahme deutlich verstärkt würde.