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Erbschaftssteuer unterliegt strengen Regelungen

Nie wurde in Deutschland so viel vererbt wie in den letzten Jahrzehnten. Wie in vielen anderen Ländern auch, ist eine Erbschaft in Deutschland steuerpflichtig und unterliegt damit strengen Richtlinien.

Wer nach dem Tod eines Verwandten, Bekannten oder Freundes ein Erbe antritt, der muss in den meisten Ländern, auch in der Bundesrepublik Deutschland, auf dieses Erbe eine festgelegte Steuer entrichten. Anfang des letzten Jahrhunderts wurde sie erstmals im gesamten Deutschen Reich als verbindlich eingeführt, mittlerweile wurde sie selbstverständlich mehrfach reformiert. Und auch wenn sich viele Details mittlerweile geändert haben, ist die grundlegende Struktur der Steuer doch nach wie vor auf diese ursprüngliche Gesetzgebung zurückzuführen. Konkret geregelt ist die Steuer auf das Erbe in Deutschland in einem entsprechenden Gesetz und einer Verordnung, die gleichzeitig auch die sogenannte Schenkungssteuer betreffen. Die Schenkungssteuer wird bei einer unentgeltlichen Zuwendung unter Lebenden fällig.

Grundsätzlich kann man bei einem Erbschaftssteuerfall zwischen einer unbeschränkten und einer beschränkten Erbschaftssteuerpflicht unterscheiden. Die unbeschränkte Pflicht greift dann, wenn entweder der Erblasser oder der Erwerber des Erbes zum Zeitpunkt des Todes Inländer ist. Als Inländer werden dabei alle Personen gezählt, die entweder im Inland, also beispielsweise in der Bundesrepublik Deutschland, ihren Wohnsitz haben oder sich gewöhnlich in diesem Land aufhalten. Liegt die deutsche Staatsangehörigkeit vor, gelten Erblasser oder Erwerber aber auch noch bis mehrere Jahre nach einem Wegzug ins Ausland als Inländer. Darüber hinaus werden auch Gesellschaften oder Körperschaften mit Sitz beziehungsweise Geschäftsleitung im Inland als Inländer behandelt. Der Unterschied zwischen der unbeschränkten und der beschränkten Steuerpflicht besteht konkret darin, dass im ersten Fall das gesamte Vermögen, also auch der Teil im Ausland steuerpflichtig wird. Im zweiten Fall wird nur das Vermögen im Inland mit der entsprechenden Steuer belegt. Allerdings gibt es auch Teile der Erbschaft, die grundsätzlich steuerfrei gestellt werden. Hausrat, Wäsche und Kleidungsstücke gehören dazu, wenn der Erwerber der Steuerklasse 1 angehört und der Gesamtwert eine bestimmte Summe nicht übersteigt, aber auch Zuwendungen an politische Parteien oder Zuwendungen, die ausschließlich einem caritativen, gemeinnützigen oder kirchlichen Zweck zugutekommen. Darüber hinaus wird aber auch Grundbesitz, Kunstgegenstände, Kunstsammlungen, Bibliotheken oder Archive unter bestimmten Umständen ganz oder teilweise von der entsprechenden Steuer befreit.

Wie bei anderen Steuererhebungen auch, wird auch die Steuer im Falle eines Erbfalls in insgesamt drei Steuerklassen unterteilt. Zur ersten Steuerklasse gehören dabei unter anderem Ehegatten, Lebenspartner, Kinder und Stiefkinder, deren Abkömmlinge sowie Eltern und Großeltern. Zur Steuerklasse 2 gehören ebenfalls Eltern und Voreltern, Geschwister, Nichten/Neffen, Schwiegerkinder oder geschiedene Ehepartner und zur Steuerklasse 3 schließlich alle übrigen Personen wie beispielsweise Lebensgefährten oder Freunde.

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