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Bei einem Minijob: Steuern zahlt nur der Arbeitgeber

Minijobs, auch 400 Euro-Jobs oder geringfügige Beschäftigungen genannt, zeichnen sich entweder durch einen geringen Verdienst nicht über 400 Euro monatlich oder eine kurze Beschäftigungsdauer aus.

Minijobs sind auf dem Vormarsch: Knapp 7,3 Millionen Deutsche üben derzeit eine sogenannte geringfügige Beschäftigung aus. Dabei handelt es sich um Tätigkeiten, bei denen der monatliche Verdienst die Grenze von 400 Euro nicht überschreitet. Bis vor Kurzem galt für Minijobs zusätzlich eine maximale Wochenstundenanzahl von 15 Stunden; diese existiert aber mittlerweile nicht mehr. Arbeitnehmer müssen wissen, dass sie im Rahmen eines 400 Euro-Jobs nicht sozialversichert sind. Das bedeutet keine automatischen Einzahlungen in die Kranken-, Renten- oder Pflegeversicherung. Auf der anderen Seite müssen sie aber auch keine Steuern zahlen und erhalten somit ihren gesamten Lohn ausgezahlt. Der Arbeitgeber dagegen muss für seinen Angestellten Steuern in Höhe von knapp 30 % abführen. Darin enthalten sind ca. 15 % für die Rentenversicherung, 13 % Krankenversicherung und knapp 3 % Pauschalsteuer und Umlagen. Die Pauschalsteuer beinhaltet unter anderem einen Anteil für die Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer (auch dann, wenn der Angestellte keiner Kirche angehört). Zu entrichten sind die genannten Abgaben an die zuständige Behörde, wo der Minijobber auch vom Arbeitgeber angemeldet werden muss.

Die Steuerfreiheit für den Arbeitnehmer besteht auch dann, wenn er mehrere Minijobs parallel ausübt. Allerdings dürfen auch dann die monatlichen Einnahmen nicht über 400 Euro liegen. Wird diese Grenze überschritten, werden die Beschäftigungen automatisch versicherungspflichtig. Der Arbeitgeber hat, sofern er nichts von den anderen Minijobs seines Mitarbeiters gewusst hat, keine Nachzahlungen zu befürchten. Auch neben einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung darf ein Minijob ausgeübt werden – kommen weitere dazu, werden diese aufgrund des erhöhten Einkommens ebenfalls versicherungspflichtig, was auch bedeutet, dass der Arbeitnehmer Steuern zahlen muss.