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Gebrauchte Lebensversicherungen als Geldanlage kaufen

Da Kapitallebensversicherungen meist eine lange Laufzeit haben, schafft es mehr als die Hälfte der Versicherten nicht, die Beiträge bis zum Ende zu bezahlen. Gebrauchte Policen können dann veräußert werden.

Die durchschnittliche Laufzeit von Kapitallebensversicherungen beträgt 28 Jahre. Unvorhergesehene persönliche Veränderungen wie Trennung und Scheidung, Arbeitsplatzverlust oder ein dringender Kapitalbedarf führen dazu, dass die monatlichen Versicherungsbeiträge nicht mehr gezahlt werden können. In diesem Fall haben die Versicherten zwei Möglichkeiten. Entweder geben sie die Police an ihr Versicherungsunternehmen zurück oder verkaufen die Altverträge. Da der Rückkaufswert bei Kapitallebensversicherungen, die noch keine 10 Jahre laufen, sehr niedrig ist und die Inhaber der Verträge einen erheblichen Verlust machen würden, besteht die Option, die laufende Versicherung direkt zu verkaufen. In den letzten Jahren hatten vordergründig professionelle Unternehmen viele Lebensversicherungen aufgekauft, um sie anschließend in Fonds zu bündeln. Wirtschaftskrise und geringere Nettoeinkommen von Anlegern haben zu einer Stagnation bei den Geldanlagen geführt. Aus diesen Gründen wurden Internetplattformen gegründet, über die private Anleger direkt einzelne Altpolicen erwerben können. Die Interessenten geben über Suchmasken verschiedene Kriterien wie Restlaufzeit, Kaufpreis und monatlichen Beitrag ein und erhalten eine Übersicht über die verfügbaren Lebensversicherungen. Fast alle großen Versicherungen bieten mittlerweile Verträge aus ihrem Bestand an.

Für Anleger bieten sich aktuell Renditechancen, die zwischen 3,8 und 4,9 Prozent liegen. Die Zinsen liegen damit zum Teil erheblich über denen von herkömmlichen Sparbriefen. Bei Kapitallebensversicherungen sind, im Gegensatz zu klassischen Spareinlagen, die Renditen aber nicht garantiert. Private Anleger, die alte Policen erwerben, müssen sich dieses Risikos bewusst sein. Neben der sofort fälligen Kaufsumme sind die laufenden Versicherungsbeiträge bis zum Ende der Laufzeit zu entrichten. Die Zahlungen müssen meist jährlich erfolgen, die zusätzlich zur Kaufsumme eingezahlten Beiträge fließen aber in die Berechnung der Rendite mit ein.

Für sicherheitsbewusste Anleger eigenen sich gebrauchte Kapitalversicherungen als Geldanlage nicht. Ist man jedoch bereit das gegenüber Sparbriefen höhere Risiko in Kauf zu nehmen, kann die Rendite langfristig deutlich höher ausfallen.