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Darauf sollten Sie achten, bevor Sie eine Zusatzversicherung Homöopathie abschließen

Immer mehr Menschen legen Wert darauf, zumindest bei einigen Erkrankungen von alternativen Heilverfahren Gebrauch zu machen. Für diesen Zweck gibt es Zusatzversicherungen, die die Kosten für solche Verfahren übernehmen.

Mehr als 30 Millionen Menschen greifen in Europa zumindest gelegentlich auf homöopathische Mittel zurück. In Deutschland lag der Anteil homöopathischer Mittel am Gesamtumsatz der rezeptfreien Arzneien im Jahr 2008 bei sieben Prozent, was ca. 399 Millionen Euro entspricht. Die Tendenz ist seither steigend. Allerdings sind homöopathische Behandlungen und Arzneien in der Bundesrepublik nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung. Wer die bei alternativen Heilverfahren entstehenden Kosten nicht aus eigener Tasche bezahlen will, benötigt daher eine entsprechende Zusatzversicherung.

Solche Zusatzversicherungen werden sowohl von einigen Krankenkassen als auch von den meisten privaten Versicherern angeboten. Vor allem bei den Krankenkassen ist aber darauf zu achten, dass bestimmte Bedingungen erfüllt werden müssen, damit die Kosten tatsächlich erstattet werden. Eine dieser Bedingungen ist, dass die Behandlung nicht durch einen Heilpraktiker, sondern durch einen Arzt mit der Zusatzbezeichnung "Homöopathie" erfolgt. Wer eine Behandlung durch einen Heilpraktiker wünscht, muss sich als gesetzlich Versicherter zu diesem Zweck privat absichern. Von privaten Krankenversicherungen werden die Kosten für homöopathische Behandlungen bei Ärzten in Deutschland ebenfalls übernommen.

Für Behandlungen, die von einem Heilpraktiker durchgeführt werden, ist aber in der Regel sowohl für gesetzlich Krankenversicherte als auch für privat Versicherte der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung notwendig. Bei dem Abschluss eines solchen Vertrags ist aber zu berücksichtigen, dass sich die Angebote der unterschiedlichen Versicherer in ihrem Leistungsspektrum voneinander unterscheiden. Zudem hängt der genaue Preis vom Alter und vom Gesundheitszustand des Versicherten ab.

Für einen gesunden Mann, 30 Jahre alt, sind aber schon Tarife für ca. zehn Euro monatlich erhältlich. So ist der Tarif "Gothaer Medi Natura", der in Thüringen ansässigen Gothaer Versicherung im Mai 2011 ab 9,71 Euro pro Monat zu haben. Pro Kalenderjahr werden bei diesem Tarif maximal 2.000 Euro für homöopathische Behandlungen oder Arzneimittel erstattet. Es ist also auch wichtig zu wissen, was die gewünschten Heilverfahren jeweils kosten, denn bei kleineren Summen lohnt sich aufgrund der monatlichen Belastung keine Zusatzversicherung. Die Behandlungen können sowohl von Ärzten als auch von Heilpraktikern durchgeführt werden. Es ist bei diesem Vertrag zudem so, dass zwischen Abschluss der Versicherung und erster Inanspruchnahme eine Wartezeit von mindestens drei Monaten liegen muss. Bei Unfällen entfällt diese Wartezeit. Bei Entbindungen und Psychotherapie beträgt die Wartezeit acht Monate. Der Tarif "Barmenia AN", der von der Barmenia angeboten wird, ist mit 16,86 Euro monatlich etwas teurer. Auch werden hier nur 80 Prozent der anfallenden Kosten und auch nur bis zu 1.000 Euro pro Kalenderjahr erstattet. Dafür werden, anders als bei der Gothaer, auch die Kosten für Brillen oder Kontaktlinsen je einmal innerhalb von zwei Jahren übernommen. Bei einem Maximalbetrag von 300 Euro zu 100 Prozent. Die vorgeschriebenen Wartezeiten sind mit der Gothaer identisch und betragen auch hier drei beziehungsweise acht Monate. Die Mindestvertragsdauer beträgt bei diesen beiden Beispielen, wie bei den meisten Versicherungen dieser Art, zwei Jahre. Alle Angaben entsprechen dem Stand Mai 2011.