Wenn man eine Kapitallebensversicherung kündigen muss

Die vorzeitige Kündigung einer Kapitallebensversicherung ist für den Versicherungsnehmer immer mit erheblichen Verlusten verbunden. Bevor man eine solche Entscheidung trifft, sollte man sich nach Alternativen umschauen.

Beim Abschluss einer Kapitallebensversicherung steht der Gedanke im Vordergrund, sich damit ein finanzielles Polster für das Rentenalter zu schaffen und gleichzeitig eine vernünftige Hinterbliebenenversorgung aufzubauen. Es kann aber zu unvorhergesehenen Ereignissen im Leben kommen, die dazu führen, dass es dem Versicherungsnehmer nicht mehr möglich ist, die Prämien seiner Kapitallebensversicherung zu bezahlen. In diesem Fall denken viele Versicherungskunden über eine vorzeitige Auflösung ihrer Lebensversicherung nach. Auch wenn es plötzlich und unerwartet zu finanziellen Notlagen kommt, in denen eine bestimmte Summe Bargeld benötigt wird, werden Kapitallebensversicherungen häufig aufgelöst. Dass der Versicherte hier einen erheblichen finanziellen Verlust in Kauf nehmen muss, ist zwar bekannt, aber nicht immer ein Hinderungsgrund. Bevor man also eine so weitreichende Entscheidung trifft, sollte man sich nach möglichen Alternativen zu einer vorzeitigen Kündigung umsehen.

Für den Fall, dass eine vorübergehende Notlage wie länger andauernde Krankheit oder Arbeitslosigkeit die regelmäßige Prämienzahlung verhindert, besteht die Möglichkeit, eine Kapitallebensversicherung vorübergehend beitragsfrei stellen zu lassen. Da eine Beitragsfreistellung erst ab einer bestimmten Vertragslaufzeit möglich ist, sollte umgehend Kontakt zur Versicherungsgesellschaft aufgenommen werden, um diese Möglichkeit abzuklären. Bei Verträgen mit einer noch sehr geringen Laufzeit kann auch durch eine sogenannte Beginn- und Ablaufverlängerung eine vorübergehende Beitragsstundung erreicht werden. In solchen Fällen wird der tatsächliche Vertragsbeginn um die Anzahl der zu stundenden Monate nach hinten verschoben. Gleichzeitig verlängert sich die Laufzeit der Versicherung um genau diesen Zeitraum. Damit verschafft sich der Versicherte zunächst einmal für einige Monate Zeit, in denen er die Belastung der Versicherungsprämie nicht bezahlen muss. Die Leistung wird während der beitragsfreien Zeit reduziert auf die sogenannte beitragsfreie Versicherungssumme. Sollte der Versicherte während der Zeit der Beitragsfreistellung versterben, bekommen die Hinterbliebenen also auch nur diese Summe ausgezahlt.

Wenn der Versicherte dringend Bargeld benötigt, sollte er mit seiner Versicherungsgesellschaft über ein sogenanntes Policendarlehen sprechen. Die meisten Kapitallebensversicherungen können beliehen werden. Zwar sind Darlehen mit Zinsbelastungen verbunden, aber der Versicherte behält seinen Versicherungsschutz und nach der Tilgung des Darlehens steht ihm wieder die volle Versicherungssumme als Leistung zu. Da Kapitallebensversicherungen in den ersten drei bis vier Jahren nur einen sehr geringen Vertragswert und damit auch nur einen geringen Rückkaufwert bei einer Kündigung aufweisen, sind Policendarlehen sicher die bessere Alternative zur Kündigung.

Wenn sich eine Auflösung aufgrund persönlicher Umstände nicht umgehen lässt, besteht die Möglichkeit, eine Kapitallebensversicherung zu verkaufen. Es gibt eine Reihe von Unternehmen, die laufende Versicherungsverträge aufkaufen. Für den Versicherten besteht der Vorteil zunächst einmal darin, dass er mehr Geld bekommt, als die Versicherungsgesellschaft ihm als Rückkaufwert des Vertrages bei einer Kündigung überweisen würde. Außerdem bieten einige Unternehmen ihren Kunden die Möglichkeit, die Verträge zurückzukaufen.

Inhalt

Rubriken