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Die Krügerrand Goldmünze ist nach wie vor im Umlauf

Obwohl als Zahlungsmittel mittlerweile eher weniger gebräuchlich, ist der so genannte "Krügerrand" bis heute als offizielles Zahlungsmittel in der Südafrikanischen Republik und weltweit zugelassen.

Wer heute geschäftlich oder privat in die Südafrikanische Republik an der äußersten Südspitze Afrikas fährt, der zahlt in dem afrikanischen Land in der Regel mit dem „Rand“. Seit den 60er Jahren ist der Rand das offizielle Zahlungsmittel der Republik. Doch neben dem Rand ist auch noch der so genannte „Krügerrand“, der nur im deutschen Sprachraum mit Umlaut geschrieben wird, nach wie vor als offizielles Zahlungsmittel zugelassen. Und zwar nicht nur in der Südafrikanischen Republik, sondern auch weltweit. Geregelt ist dies in der südafrikanischen Notenbankverordnung. Dass die Krügerrand Münze allerdings auch tatsächlich als Zahlungsmittel eingesetzt wird, ist selten, weil zu kompliziert. Anders als andere Währungen verfügt die Goldmünze nämlich nicht über einen aufgeprägten Nennwert. Wichtig für die Wertigkeit der Münze ist die Höhe des Goldgehaltes. Je nach Goldgehalt wird die Wertigkeit der Münzen jeden Tag von offizieller Stelle neu festgelegt. Als Grundlage dient dabei der offizielle Marktpreis des Goldhandels. Damit gehört die Goldmünze zu den so genannten Anlage- oder auch Kurantmünzen.

Benannt ist der Krügerrand nach dem südafrikanischen Politiker Paul Kruger, der von 1882 bis 1902 Präsident der Südafrikanischen Republik war und dessen Bild die Vorderseite der Goldmünze ziert. Auf der Rückseite findet sich das Wappentier Südafrikas – eine Springbock-Antilope. Auf der Vorderseite der Münze befinden sich zusätzlich noch die Schriftzüge SUID-AFRIKA und SOUTH AFRICA. Auf der Rückseite findet sich rechts und links neben dem Bild des Springbocks das Prägejahr. Oberhalb des Springbockes steht zusätzlich der Schriftzug KRUGERRAND. Auf der Unterseite findet sich der Schriftzug FYNGOUD 1 OZ FINE GOLD. Der Feingehalt dieser Münze liegt bei 916,6/1000, das Feingewicht variiert je nach Stückelung von 1/1, 1/2, 1/4 bis hin zu 1/10 Feinunze. Die Stückelungen, die unter einer Unze liegen, gibt es erst seit dem Jahre 1980. Ende der 60er Jahre, von 1967 bis 1969, wurden in Pretoria lediglich rund 40.000 Stück der Goldmünzen geprägt. Im Jahre 1970 waren es bereits 211.000 Münzen und nur vier Jahre später, im Jahr 1974, hatte sich die Produktion auf über drei Millionen Stück pro Jahr vervielfacht. In den zehn Jahren zwischen 1974 und 1984 betrugen die Produktionszahlen insgesamt zwischen zwei und sechs Millionen Stück pro Jahr. Mittlerweile liegt die Auflage der Münze bei rund einer Million pro Jahr. Genutzt wird die Münze hauptsächlich als so genannte Bullionmünze. Also als Anlagemünze, die entweder selbst als Geldanlage dient oder bei der Spekulation auf den Edelmetallwert der Münze eine Rolle spielt.

Mittlerweile wird die Goldmünze nicht mehr in der südafrikanischen Stadt Pretoria geprägt, sondern in der südafrikanischen Provinz Gauteng, einige Kilometer südlich von Johannesburg. Der Rohstoff für die Münzen, bis zu 80 Prozent reines Edelmetall, wird unter strengen Sicherheitsauflagen per Hubschrauber eingeflogen. Um die Münze zu härten ist dem Gold ein Kupferanteil von rund acht Prozent beigefügt. Dieser Kupferanteil ist auch für die rötlich-goldene Farbe der Münze verantwortlich.