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Arbeitszeugnis Formulierungen sind oft anders gemeint

Ein Arbeitszeugnis macht immer einen guten Eindruck, weil es keine schlechten Äußerungen enthalten darf. Allerdings versteckt sich auch hinter den positiven Arbeitszeugnis Formulierungen oft eine negative Beurteilung.

Der Gesetzgeber schreibt in Bezug auf ein Arbeitsverhältnis einige Dinge vor. Dazu gehört unter anderem auch die Verfahrensweise, wenn ein bestehendes Arbeitsverhältnis beendet werden soll. Verlangt ein Arbeitnehmer bei dieser Gelegenheit ein Arbeitszeugnis, so ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, dieser Bitte nachzukommen. Auch das Arbeitszeugnis an sich muss nach ganz bestimmten Richtlinien ausgestellt werden, von denen in keinem Fall abgewichen werden darf. So ist es beispielsweise untersagt, negative Äußerungen über den Arbeitnehmer zu machen. Die Arbeitszeugnis Formulierungen sind also so zu wählen, dass dem Arbeitnehmer dadurch für die Zukunft keine Nachteile entstehen können. Weil jedoch längst nicht jeder Arbeitgeber von jedem Angestellten und dessen Arbeit und Auftreten so überzeugt ist, dass er dieser Forderung auch zu 100 Prozent nachkommen kann, werden in dem Arbeitszeugnis Formulierungen verwendet, die zwar positiv klingen, aber das Gegenteil aussagen. Hinter der Formulierung „der Arbeitnehmer … hat alle Aufgaben allgemein mit Sorgfalt und Genauigkeit erledigt“ versteckt sich nur ein „Mangelhaft“, mit dem der Arbeitnehmer bezüglich seiner Leistungen eingeschätzt wird. Auch wenn das in diesem Fall anders klingt. Eine noch schlechtere Bewertung seiner Person erhält derjenige, in dessen Arbeitszeugnis Passagen wie „…hat sich bemüht, unseren Erwartungen zu entsprechen“ enthalten sind. Wird davon gesprochen, dass „… der Arbeitnehmer für seine Arbeit Verständnis zeigte“, dann bedeutet dies in der „Übersetzung“ er hat tatsächlich nichts geleistet. War jemand besonders tüchtig und wusste sich zudem noch gut zu verkaufen, dann wird dieser Arbeitnehmer von seinem Personalchef als unangenehmer Mitarbeiter eingestuft. Wer ein Arbeitszeugnis bekommt, der sollte darauf achten, dass derartigen Formulierungen möglichst nicht enthalten sind. Ist man mit dem ursprünglichen Text und dessen Inhalt nicht einverstanden, kann die Nachbesserung des Zeugnisses gefordert werden. Allerdings sollte ein Arbeitszeugnis immer in seiner Gesamtheit betrachtet werden. Wer sich für die Bedeutungen der „Redewendungen“ interessiert, kann die unter anderem im Internet nachlesen.

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