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EU-Fördermittel gibt es für Regionen und Unternehmen

Mit EU-Fördermitteln werden Projekte und Infrastrukturmaßnahmen in wirtschaftlich schwächeren Gebieten angeschoben. Profitieren können auch private Firmen.

Die vielfältigen EU-Fördermittel machen einen großen Teil des europäischen Gemeinschaftshaushaltes aus. Viele Milliarden Euro jährlich fließen in wirtschaftlich benachteiligte Regionen in ganz Europa. Auch in Deutschland profitieren viele Gebiete von Zahlungen aus Brüssel.

EU-Fördermittel gibt es für Städte und Länder, für öffentliche Institutionen wie Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen sowie für privatwirtschaftliche Unternehmen. Stets ist die Förderzusage an zukunftsfähige, nachhaltig wirkende Projektideen geknüpft. Das können innovative Forschungsansätze sein, die eines Tages möglicherweise zu einer Vielzahl neuer Arbeitsplätze führen werden. Das können aber auch Infrastrukturmaßnahmen wie der Bau von Straßen oder die Sanierung von touristisch interessanten Stadtteilen sein, wenn damit die wirtschaftliche Entwicklung positiv beeinflusst werden kann.

In den 1980er und auch noch in den 1990er Jahren floss ein großer Teil der insgesamt zur Verfügung stehenden EU-Fördermittel nach Südeuropa. Portugal, Spanien und Italien profitierten besonders stark von Zahlungen aus dem europäischen Gemeinschaftstopf. Die Länder konnten sich auf diese Weise neue und gut ausgebaute Straßen leisten, Strandpromenaden herrichten und die Landwirtschaft stärken.

Mit dem wirtschaftlichen Niedergang der ehemaligen DDR-Industrie wurden auch weite Teile Ostdeutschlands nach der Wiedervereinigung zu Gebieten erklärt, in denen EU-Fördermittel in Anspruch genommen werden können. Mit Hilfe der Gelder gelang es tatsächlich, eine Reihe von zukunftsträchtigen Unternehmen in den neuen Bundesländern anzusiedeln. Allerdings gibt es auch in Westdeutschland problematische Regionen, in die Fördermittel der EU flossen und fließen. An erster Stelle ist hier das Ruhrgebiet zu nennen, das lange Zeit keinen Ersatz für die praktisch verschwundene Kohle- und Stahlindustrie fand.

Mit der Osterweiterung der Europäischen Union geriet der Anspruch mancher deutscher Regionen auf EU-Fördermittel jedoch in Gefahr, da in den Beitrittsländern der Bedarf noch viel größer ist. Zudem wird als Kriterium für Förder-Bedürftigkeit die durchschnittliche Wirtschaftsleistung aller europäischen Länder angelegt. Dieser Durchschnitt sank durch die neuen EU-Länder deutlich ab – mit der Folge, dass selbst problematische Regionen in Ostdeutschland statistisch plötzlich zu „reich“ waren, um noch EU-Fördermittel zu bekommen.