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Das Fachwerkhaus – viel Holz am Bau

Das Fachwerkhaus, das in der Schweiz aus als Riegelhaus bezeichnet wird, ist in seinem tragenden Gerüst aus Holz erstellt. Schon in der Antike bis in das 19. Jahrhundert war diese Bauweise vorherrschend in Europa.

Das Fachwerkhaus besteht in seiner Grundkonstruktion aus Holz und hier sind die Zwischenräume zwischen den Balken, in der Schweiz übrigens als Riegel bezeichnet, mit Ziegelwerk oder aber mit einem Holz-Lehm-Verbund aufgefüllt. Diese Bauweise, die heute nur noch in bestimmten Regionen Deutschlands gehäuft anzutreffen ist, war von der Antike bis in das 19. Jahrhundert hinein die bevorzugte Bauweise in Mitteleuropa. Seine Verbreitung hatte das Fachwerkhaus bis in den nördlichen Alpenbereich und nach England. Das Fachwerkhaus löste das sogenannte Pfostenhaus in einer damals neuen Bauweise ab.

Beim Fachwerkhaus handelt es sich um den sogenannten Skelettbau. Hier wird eine Unterscheidung getroffen, die sich aus dem mitteldeutschen Firstsäulenbau sowie dem niederdeutschen Zwei- beziehungsweise Vierständerhaus ergibt. Während die Pfosten, auch als Stiel, Stütze, Stab oder Ständer bezeichnet, aus den vertikal verbauten Hölzern stammen, sind die schräg stehenden Hölzer als Schwertung oder Strebe bezeichnet. Die horizontal verbauten Holzteile heißen Rähm, Pfette, Schwelle oder – besonders in der Schweiz – Riegel. Damit beim Fachwerkhaus die Querstabilität erzielt wird, werden weiterhin Hölzer in einem Winkel von 45 Grad verbaut, die dann als Bänder oder Bug bezeichnet werden und die eine Verbindung zwischen den senkrecht aufeinanderstehenden Teilen bewirken. Die symmetrische Anlage der Streben und die Ausrichtung nach oben sorgen dafür, dass beim Fachwerkhaus die Windkräfte, die von der Seite auf das Haus Einfluss nehmen, sehr gut abgefangen werden. Die Hölzer, die beim Fachwerkhaus aufeinandertreffen, werden sorgfältig miteinander verbunden. Hier ist die Verzapfung und weiterhin die Absicherung mit Holznägeln üblich. Schon bei der Erstellung der Bauteile wurde übrigens schon in der Vergangenheit – ähnlich dem heutigen Fertighaus – eine Kennzeichnung namens Abbundzeichen an den Hölzern angebracht, damit die Zusammensetzung am Bauplatz selbst unkompliziert und schnell durchgeführt werden konnte. Für den Erhalt der Fachwerkhäuser ist es wichtig, dass die Fachwerkkonstruktionen ab- und auch wieder aufgebaut werden können und dass auch einzelne Holzteile relativ einfach ersetzt werden können. So ist der Erhalt der heute teilweise unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhäuser realisierbar.