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Idylle in der grünen Großstadt-Insel: Schrebergarten

Der Schrebergarten ist für viele Menschen ein Ausgleich. Gartenarbeit und Entspannung in der grünen Idylle lenken von der Alltagshektik ab. Immer beliebter wird die grüne Oase am Stadtrand bei vielen Großstadtbewohnern

Der Schrebergarten erfährt in letzter Zeit zunehmende Beliebtheit, und zwar insbesondere bei den Bewohnern von Etagenwohnungen in den Großstädten. Sie suchen hier ihr grünes Refugium, um vom Großstadtstress abzuschalten und die Nähe zur Natur zu genießen. Schrebergärten bieten aber noch sehr viel mehr als die Möglichkeit, sich im Grünen aufzuhalten und eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Sie sind in einer schönen Umgebung gelegen und oft parkähnlich angelegt. Daher genießen auch Spaziergänger gerne die hübsche und blühende Umgebung und die frische Luft in den Gartenanlagen.

Neben dem Gärtnern und der Ernte selbst angebauter Früchte und Gemüsesorten spielt in einem Schrebergarten die Gemeinsamkeit eine große Rolle. Die meisten Schrebergärten befinden sich in der Trägerschaft von Schrebergarten-Vereinen mit einem sehr regen Vereinsleben. Wettbewerbe, in denen alljährlich der schönste Garten oder der größte Kürbis bewertet werden, gehören genauso zu diesem Gemeinschaftsleben wie alljährliche Sommerfeste, häufig als Gurkenfest bezeichnet. Sie sind auch bei Außenstehenden sehr beliebt, sowie gemeinsame Arbeitseinsätze an den Gemeinschaftseinrichtungen.

Ein Schrebergarten ist nicht nur durch eine besondere Blumen- und Pflanzenpracht bestimmt, sondern charakteristisch für diesen Garten ist ein idyllisches Gartenhaus. Gärtenhäuser in Schrebergärten sind entweder kleine, massiv gebaute Häuser, die häufig gemütlich eingerichtet und mit einer großen Terrasse ausgestattet sind, oder malerische kleine Holzhäuser. Auf keinen Fall darf in einem Schrebergarten der Geräteschuppen fehlen, in dem alle Gartengeräte vor Wind und Wetter geschützt aufbewahrt werden.

Die Bezeichnung Schrebergarten für die weithin als Kleingarten oder Gartenparzelle bezeichneten Gärten geht auf den Leipziger Arzt Moritz Schreber zurück. Er war es jedoch nicht, der den ersten Schrebergarten anlegte, sondern sein Freund Ernst Innozenz Hauschild. Er benannte eine erste Grünanlage, in der seit 1865 auf seine Initiative hin Kinder von Fabrikarbeitern betreut wurden, nach seinem verstorbenen Freund. An diesem Schreberplatz wurden später auf Betreiben eines örtlichen Lehrers Gärten für die Kinder angelegt, die die Eltern dieser Kinder dann weiter ausbauten. Die ersten Zäune und Lauben folgten bald. Heute ist an der Stelle dieses ersten Schrebergartens, der Kleingartenanlage Dr. Schreber in Leipzig, das Deutsche Kleingärtnermuseum zu finden.

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