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Biergläser: Antike Wurzeln, aber immer noch aktuell

Biergläser kannte man schon im alten Ägypten. Die Römer lernten die Glasgefäße auf ihren Eroberungszügen kennen und brachten diese Kenntnisse zu unseren germanischen Vorfahren.

Zur Römerzeit galt Köln als Zentrum der Glaskunst. Vor allem der sehr saubere und extrem feine Rheinsand war die Grundlage für die Glasherstellung. Glasbecher wurden hergestellt, aber man trank Wein daraus. Als die Römer Germanien verließen, geriet auch die Kunst des „Gläsermachens“ fast in Vergessenheit.

Der Kirche war das Glasmachen ohnehin ein Dorn im Auge. Glasgefäße galten dereinst als heidnisch – kaum vorstellbar, aber wohl wahr. In Franken begann man später, sich wieder mit der Glasherstellung zu beschäftigen und es kamen derbere und gröbere Glasgefäße heraus. Die Gefäße wurden gegossen und geblasen, alles war erlaubt, was gefiel und praktisch war. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts setzte sich das Trinken von Bier aus Gläsern endgültig durch. Ausgelöst haben das die Lagerbiere aus Deutschland und Pilsner Biere aus der Tschechoslowakei, die den Markt im Sturm eroberten.

Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Gläser für die verschiedenen Biersorten entwickelt. Das Glas sollte so geformt sein, dass es dem entsprechenden Bier hilft, sein ganzes Aroma zu entfalten und seine Schaumkrone zu bilden. Es gibt auch das „neutrale Bierglas“, aus diesem kann man jedes Bier trinken, ohne aufzufallen. Der Vorzug, Bier aus dem Glas zu trinken, ist, dass man immer sieht, was man trinkt. Bei Flaschen, Dosen oder den beliebten Steinkrügen ist das nicht möglich. Es gibt verschiedene Formen und diesbezüglich auch Bezeichnungen für die Biergläser. Einige seien hier aufgezählt: Altbierglas, spezielle Gläser für Weißbier, Tulpe, Kölner Stange, Humpen, das kugelförmige Bierglas, der Stiefel oder das Stößchen.

Generell gilt, je heller und schlanker ein Bier im Geschmack ist, desto eleganter und dünnwandiger sollte das Bierglas sein. Und je dunkler, kräftiger und malzhaltiger das Bier ist, umso dicker und bauchförmiger sollte das Glas sein. Man kann daraus eine Wissenschaft machen und eigentlich ist es auch eine. Pils wird aus schmalen, hauchdünnen Flöten, schlanken Tulpen getrunken. Weniger malzhaltige Biere werden in dickere Gläser oder Tonkrüge gefüllt. Weizenbier trinkt man aus hohen, geschwungenen Gläsern und Bockbier aus dicken Krügen. Selbst gute Lokale stolpern über die Etikette, Bier in einem Glas einer anderen Marke zu servieren. Das Glas sollte immer sauber sein und keine Spülmittelrückstände enthalten, am besten vor Gebrauch mit klarem Wasser ausspülen, dann klappt es auch mit der schönen Schaumkrone. Biergläser sollten immer Lufttrocknen.