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Dinkelspelz-Kissen – Geheimwaffe gegen alle Schmerzen?

Dinkelspelz-Kissen sind ein altes Hausmittel, das bis auf die Schriften der Benediktinerin Hildegard von Bingen zurückgeführt wird. Durch den inzwischen wieder gängigeren Dinkelanbau hat es eine Renaissance erfahren.

Dinkel, auch Spelz genannt, ist eine alte Getreideart, die im Mittelalter sehr bekannt war. Er ist ein enger Verwandter des Weizens. Er bleibt zwar ertragsmäßig hinter dem Weizen zurück, verträgt aber raueres Klima und kann deshalb auch dort angebaut werden, wo Weizen nicht mehr gedeiht. Im Gegensatz zu Weizen ist das Korn fest mit dem Spelzen verwachsen. Dadurch ist es besser geschützt, erfordert aber zusätzliche Bearbeitung, da vor dem Mahlen erst noch der Spelzen entfernt werden muss. Dinkel wird zum Backen, gedörrt als Grünkernmehl auch für Suppen verwendet.

Dinkel wird von Allergikern geschätzt, die Weizenprodukte nicht vertragen. Sie haben damit eine gute Alternative. Dinkel ist aber nicht glutenfrei und deshalb bei Zöliakie nicht zur Ernährung geeignet.

Die Benediktinerin Hildegard von Bingen war im Mittelalter eine bekannte Vertreterin der Pflanzenheilkunde. Auf sie wird auch die Anwendung von Dinkel bei Erkrankungen zurückgeführt. Allerdings entsprechen die Kenntnisse der Hildegard von Bingen dem Stand des Mittelalters. Ob da heute nicht doch mehr ärztliches Wissen vorhanden ist?

Das Dinkelspelz-Kissen hat gegenüber einem herkömmlichen Federkissen den Vorteil, dass es sich der Körperlage im Schlaf formstabil anpasst. Ob das Rieseln der Körner als Einschlafmelodie gewertet werden kann, muss der Benutzer selbst entscheiden. Auch die Kombination mit Wärme – dazu wird das Dinkelkissen im Back- oder Kachelofen erwärmt – hat auch einen günstigen Effekt auf das Wohlbefinden. Die positiven Effekte der Feuchtigkeitsaufnahme durch die erwärmten Körner oder des Gehalts an Kieselsäure im Dinkel sind dagegen wieder weniger nachweisbar.

Dinkelspelz-Kissen werden in einschlägigen Geschäften und im Internet angeboten. Wer unter Verspannungen zu leiden hat, kann es versuchen, durch ein solches Kissen Linderung zu erfahren und besser schlafen zu können. Auch andere mit Körner gefüllte Kissen sind bekannt, beispielsweise Hirsespelz-, Traubenkern-, Kirchkern- oder Leinsamenkissen. Nicht zu vergessen sind natürlich nur mit Kräutern gefüllte Kissen. Nicht immer sind positive Effekte auch wissenschaftlich beweisbar. Deshalb kommt es auf den Versuch an, ob es hilft.