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Teppiche – mehr als ein Stück Wohnkultur

Die Tradition des Teppiche Knüpfens hat schon eine mehr als tausend Jahre alte Geschichte. Ganze Legenden, Sagen und Geschichten wurden in ihnen verwoben und sind heute noch oft Zeitzeugen einer längst vergangenen Ära.

teppiche
Foto: © Karl-Heinz Liebisch / http://www.pixelio.de

Wer schon einmal den Orient bereist hat, kennt sie vielleicht: eine Verkaufsveranstaltung für Teppiche. Hat man eine Manufaktur mit gutem Ruf gefunden, erklärt sich mit Sicherheit sofort ein Verkäufer bereit, das vielfältige Angebot zu präsentieren. Dabei ist das Licht in der Regel besonders wichtig. Meist scheint es nur durch ein Oberlicht. Der Verkäufer schmeißt bei der Vorführung den Teppich mit einer Drehbewegung so, dass das einfallende Sonnenlicht jede Facette eines Knotens widerspiegeln kann. Das alleine ist schon ein farbenprächtiges Erlebnis. Nimmt man nun noch die Hände hinzu und lässt die einzigartigen Materialien auf sich wirken, kann es ein wahres Fest der Sinnesfreuden werden.

Nun erzählt aber auch noch jeder Teppich seine eigene Geschichte. Wob zum Beispiel vor einigen Jahren noch ein Mädchen in der Türkei einen Baum in seine Teppiche, der an den Enden sich öffnende Blüten hatte, wollte es seinen Eltern damit zeigen, dass es reif für eine Heirat war. Je nach sozialem Stand wurde für dieses Kunststück entweder einfache Wolle oder feinste Seide verwendet. Auch heute noch bekommt man – wenn man über das richtige Budget verfügt – antike Teppiche mit kunstvoll erzählten Geschichten. Doch auch klassische Muster werden immer noch auf die gleiche Art wie vor Hunderten von Jahren gefertigt. Ein gutes Beispiel hierfür sind die persischen und türkischen Teppiche aus dem 16. Jahrhundert, auf denen häufig Jagdszenen nachempfunden worden sind.

Ein weiteres Beispiel der klassischen Kunst des Teppich Knüpfens sind die Berberteppiche aus dem afrikanischen Tunesien oder Marokko. In der Regel aus Schafswolle hergestellt, sind sie vom farblichen Grundton in hellem Beige oder Weiß gehalten. Ihre spezielle Qualität richtet sich dabei nach der Anzahl der geknüpften Knoten. Umso enger dieses Verhältnis ist, desto hochwertiger ist auch der Teppich, der ansonsten über einen herrlichen flauschigen Flors verfügt.

Eine andere Teppich-Spezialität stammt ebenfalls aus der Türkei und ist der sogenannte Yahali. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden für die Fertigung dieses Teppichs ausschließlich Pflanzenfarben und Schafswolle verwendet. Daher ist er auch recht einfach an seinen Farbtönen Rot, Blau und verschiedenen Brauntönen zu erkennen.