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Biogasanlage: Kosten abhängig von der Dimensionierung

Die Kosten für eine Biogasanlage sind abhängig von der Auslegung und Dimensionierung der Anlage. Refinanziert werden diese Kosten über die Vergütung durch den eingespeisten Strom in das Netz von Strombetreibern.

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Eine Biogasanlage produziert aus organischem Material das sogenannte Biogas. Dieses besteht zu etwa 70 Prozent aus Methan und zu 30 Prozent aus Kohlenstoffdioxid. Seit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes aus dem Jahre 2000 sind die Stromversorger dazu verpflichtet worden, den aus Biogasanlagen eingespeisten Strom zu vergüten. Dies gilt aber auch für den Strom beispielsweise aus der Gewinnung über eine Solaranlage oder eine geothermische Anlage. Der Strom aus einer Biogasanlage wird aus der Verbrennung des Methans in einem sogenannten Blockheizkraftwerk gewonnen. Die installierte elektrische Leistung liegt bei den meisten Anlagen zwischen etwa 500 und 1.000 Kilowatt.

Die Vergütung, die der Anlagenbetreiber von dem Stromversorger und Netzbetreiber erhält, ist die hauptsächliche Einnahmequelle für diesen. Allerdings kann er beispielsweise auch die Gärreste an Düngemittelhersteller oder an andere landwirtschaftliche Betriebe verkaufen. Der Wert einer Biogasanlage ist abhängig von deren Dimensionierung und Auslegung. Es gibt sowohl einstufige als auch mehrstufige Anlagen, die dann auch mehrere Behälter besitzen. Zu der Anlagenperipherie gehört neben den Reaktoren, den sogenannten Fermentern, auch das Gärrestlager, eine Güllegrube, ein Fahrsilo, ein Mischbehälter und ein Schneckensystem für den Eintrag der nicht pumpfähigen Substrate. Außerdem verschiedene Pumpen für den Transport der Gülle, das Blockheizkraftwerk, eine Gasreinigung, eventuell eine externe Entschwefelungsanlage und sämtliche Geräte für die Mess- und Regeltechnik.

Für kleinere Anlagen mit einer einfachen Ausführung können die Kosten mit ungefähr 100.000 Euro gedeckt werden. Die Substrate, die in dem Fermenter vergoren werden sollen, müssen von den Landwirten bereitgestellt und in einer Siloanlage langfristig konserviert werden. Die häufigsten Substrate, die verwendet werden, sind die Maispflanzen, Roggen- und Weizenpflanzen, aber auch die sogenannte Ganzpflanzensilage. Die Kosten für die Aussaat, für die Ernte und natürlich für die Samen selbst, muss der Anlagenbetreiber kalkulieren können. Auch die Logistik beansprucht große Kosten, um die Pflanzen austragen, bewirtschaften und letztlich wieder eintragen zu können. Der Standort für eine Biogasanlage sollte sich aus diesem Grund in der unmittelbaren Nähe der Pflanzenfelder befinden.

Für Biogasanlagen gilt ein hoher Sicherheitsstandard. Austretendes Gärmaterial aus dem Fermenter, das Silagesickersaft oder möglicherweise entweichendes Methan stellen eine Belastung für Grundwasser und Atmosphäre dar. Auch die Anforderungen an die Bestimmungen zu möglichen Lärmbelästigungen durch den Verbrennungsmotor und Geruchsbelästigungen durch das Gärmaterial müssen in Übereinstimmung mit dem Bundesimmissionsschutzgesetz erfolgen. In den vergangenen Jahren sind eine Vielzahl von Unternehmen entstanden, die sich als Komplettanbieter auf die Erbauung und Projektrealisierung solcher Anlagen spezialisiert haben.