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Die Strombörse als Energiemarkt: Zukunft für den Strom

Um günstige Preise zu erzielen, wird der Strom auf der so genannten Strombörse gehandelt. Ziel ist es, günstige Preise für den Verbraucher zu erzielen. Wie Wertpapiere werden hier Energie-Depots gehandelt.

Der Handel an der Strombörse funktioniert wie der Handel auf einer Auktion. Es gibt Angebot und Nachfrage und daraus resultierend unterschiedlich hohe Preise. Der alte Slogan, dass der Markt den Preis bestimmt, bewahrheitet sich hier. In Zeiten, in denen ein Energieüberschuss besteht, können die Energieversorger den Strom an der Strombörse zu günstigen Preisen einkaufen. Der gehandelte Strom kann aus den verschiedensten Quellen stammen. Produkte sind unter anderen Strom aus herkömmlicher Produktion wie auch regenerative Energiequellen. Die Energieproduzenten stellen ihre freien Potenziale zum Handel ein und die Energieversorger bieten auf diese Potenziale zum günstigsten Preis. Als Grundlage dieser gehandelten Produkte ist eine konstante Bereitstellung einer vereinbarten Leistung anzusehen.

Als Vorreiter in diesem Bereich gilt die skandinavische Strombörse Nordpool. Diese hat schon im Jahr 1993 ihre Tätigkeit aufgenommen. Es gibt allerdings nicht eine einzelne, sondern gleich mehrere Strombörsen weltweit. An diesen werden dann zu festen Zeitpunkten die Produkte gehandelt. Hier gibt es zum einen den Terminmarkt. Auf diesem werden langfristige Lieferungen mit einer Laufzeit von mehreren Jahren getätigt. Diese Offerten sichern den Teilnehmern einen Grundbedarf über einen längeren Zeitraum.

Zudem gibt es auch den Spotmarkt. Auf diesen werden kurzfristige Lieferungen ausgehandelt; zum Beispiel ein 24-Stunden-Block oder Peak-Blöcke. Diese stellen dann in den Zeiten des Hauptstromverbrauchs über einen gewissen Zeitraum eine konstante Leistung zur Verfügung. Peak-Zeiten liegen im Allgemeinen zwischen 8.00 Uhr am Morgen und 20.00 Uhr am Abend. Da in diesen Peak-Zeiten oft spontan ein hohes Maß an Lieferungen benötigt wird, findet hier die meiste Aktivität statt. Durch ihre Verbrauchsprognosen ermitteln die Energieversorger die benötigten Mengen an Strom. Wenn der tatsächliche Verbrauch dann von den ermittelten Werten abweicht, besteht ein Mehrbedarf an Leistung, der auf dem Spotmarkt eingekauft wird. Gründe für die Abweichung der Prognosen können zum Beispiel starke Hitze im Sommer oder extreme Kälte im Winter sein. Diese Einflüsse lassen sich nur schwer prognostizieren.