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Gebrauchter Holzvergaser – zurück in die Steinzeit?

Ein gebrauchter Holzvergaser, wie man ihn vor dem letzten Weltkrieg in Deutschland zum Fahrzeugantrieb benutzt hat, dürfte nur noch im Museum zu finden sein. Dagegen gibt es Holzvergaser heute noch in der Landwirtschaft.

Wozu kann ein gebrauchter Holzvergaser dienen? Als Antrieb für ein Fahrzeug haben Holzvergaser längst ausgedient. Dazu benötigte man schon zu Zeiten des Energiemangels, als sie noch des Öfteren zu sehen waren, einen speziellen Führerschein. Heute dürfte man dafür keine Genehmigung mehr erhalten. Nur noch im Oldtimer mit Sondergenehmigung darf man damit unterwegs sein.

Trotzdem ist ein gebrauchter Holzvergaser, ja sogar ein neuer Holzvergaser heute noch zu bekommen. Dabei handelt es sich um Heizkessel, die mit Holz oder anderer Biomasse beschickt werden. Dabei wird das Holz nicht direkt verbrannt, sondern vergast. Durch die Verbrennung des Gases entsteht dann die nutzbare Wärme. Solche Kessel sind gegenüber den überwiegend in Häusern genutzten Heizkesseln wesentlich größer und funktionieren mit einer völlig anderen Technik. Für den normalen Einsatz in einem Wohnhaus sind sie zu teuer. Sie müssen für eine höhere Leistung als die im Wohnhaus benötigte ausgelegt sein, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Der Vorteil dieser Technik liegt hauptsächlich darin, dass kostenlos vorhandenes Biomaterial zum Heizen genutzt werden kann und deshalb kein teures Heizöl oder Gas erforderlich ist. Daher sind Holzvergaser auch hauptsächlich in der Landwirtschaft oder in der Land- und forstwirtschaftlichen Industrie zu finden.

Wer einen solchen Holzvergaser Kessel gebraucht erwerben will, kann dies über das Internet versuchen. Auch bei den Herstellern kann man anfragen. Eventuell haben diese beim Verkauf eines Neugerätes das alte in Zahlung genommen und sind froh, dieses jetzt noch günstig verkaufen zu können.

Zunächst sollte man aber klären, ob man die Zulassung für dieses Heizsystem bekommt. Falls dies der Fall ist, muss man meist viel Arbeit in das alte Gerät stecken, um es wieder in einen nutzbaren und den Vorschriften genügenden Zustand zu bringen. Das ist nur etwas für Bastler. Sonst sollte man sich zuvor ernsthaft überlegen, ob man sich nicht gleich einen neuen Holzvergaser leistet. Dieser ist sicher inzwischen technisch weiter entwickelt, genügt den Vorschriften und wird vor allem auch einige Jahre länger halten.