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Schornsteinsysteme: vom Ofenrohr bis Hightech

Schornsteinsysteme können aus mehreren Komponenten bestehen und den Abzug eines Kamins regeln oder auch mehrere Hundert Meter weit in die Höhe ragen. Letztere finden vor allem bei Industrieanlagen ihre Verwendung.

Die meisten Menschen, die sich nachträglich einen Kamin oder einen Kachelofen einbauen wollen, nutzen dabei alte, bereits vorhandene Schornsteinsysteme. Über diesen wird normalerweise der Abzug des Rauches geregelt und muss von einem qualifizierten Schornsteinfeger vor der ersten Inbetriebnahme abgenommen und anschließend regelmäßig kontrolliert werden. Bei dieser Überprüfung werden beispielsweise die Abgaswerte geprüft und ob dabei keine gesundheitsgefährdenden Stoffe entstehen.

Doch auch jede andere Heizung braucht eigene Schornsteinsysteme. Hier sind vor allem die Richtlinien der Bundesimmissionsschutzverordnung zu beachten. Gleichzeitig kann ein auf die Heizung optimal abgestimmter Schornstein ein wahrer Energiesparer sein. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

Doch es müssen nicht immer gemauerte Systeme sein. Eine kostengünstige Alternative – inklusive Montage – stellen dabei die Edelstahlschornsteine dar. Hier muss jedoch zwischen einwandigen und doppelwandigen Varianten unterschieden werden. Diese bewegen sich in einem Preissegment von etwa 400 Euro aufwärts. Für manche Systeme reicht manchmal allerdings auch der Wechsel eines einfachen Schornsteinaufsatz aus, wenn zum Beispiel der Heizkessel ausgetauscht wurde.

Komplizierter wird es da schon bei großen Industrieanlagen. Vor allem in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat man auf eine sogenannte Hochschornsteinpolitik gesetzt, mit teilweise extremen Auswirkungen. So wurden vor allem im Ruhrgebiet in jener Zeit Schornsteine mit einer Höhe von 130 Metern und mehr gebaut. Das Ergebnis war, dass der Auswurf der Kamine nicht mehr in Deutschland durch Niederschläge in den Boden sickerte, sondern in Skandinavien. Vornehmlich in Schweden. Gleichzeitig führten diese Schornsteinsysteme zu gefürchteten Inversionswetterlagen, die wiederum für ein erhöhtes Aufkommen an Smog sorgten. Kalte Luft legte sich hierbei wie eine Käseglocke über die Warmluft am Boden und verhinderte so einen Austausch der beiden Luftschichten und konservierte die Abgase unter dieser „Käseglocke“.

Hohe Stahlschornsteine werden noch heute insbesondere bei der Stahlproduktion oder in der Pharmaindustrie benötigt. Ein Thema speziell für Schornsteine bei Müllverbrennungsanlagen ist auch die Temperatur im Inneren der Kamine, da beispielsweise hochgiftige Dioxine erst bei einer Temperatur von 1600 Grad unschädlich gemacht werden können.