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Stromanbieter im Test: Die Ökobilanz der Großen

Während immer neue Ökostrom-Anbieter auf den Markt drängen, versprechen auch die großen, etablierten Stromanbieter, mehr in erneuerbare Energien zu investieren. Wie viel ist da wirklich dran?

Wenn große Stromanbieter versprechen, auf regenerierbare Energiequellen umzustellen, macht das Hoffnung für die Zukunft: Schließlich gelten die Betreiber der Atom- und Kohlekraftwerke als die Interessengruppe, die durch die Umstellung auf ökologische Stromproduktion am meisten zu verlieren hat. Immer mehr häufen sich die Absichtserklärungen von großen Stromanbietern, in denen sie sich bereiterklären, in die Gewinnung von Strom aus regenerierbaren Energieträgern wie Wind, Sonne und Biomasse zu investieren. Werden sie zu den Vorreitern der Energiewende?

Vergleicht man die konkreten Zahlen, sieht es schon wieder anders aus: Der Anteil der großen, etablierten Stromanbieter an der Produktion von Strom aus erneuerbaren Quellen ist noch vergleichsweise klein. Außerdem ist der Löwenanteil davon Strom aus Wasserkraft, was nicht auf aktuelle Investitionen, sondern auf seit Jahrzehnten fertig gestellte Wasserkraftwerke zurückzuführen ist. Der größte Teil des Ökostroms, der in deutschen Haushalten konsumiert wird, kommt von den kleinen Anbietern. Diese haben sich oft auf die Produktion von Ökostrom spezialisiert. Ihre Ressourcen sind nicht durch andere Interessen, zum Beispiel Strom aus Atom und Kohle, gebunden.

Es sieht also danach aus, als würden die großen Stromproduzenten in erster Linie aus Imagegründen in erneuerbare Quellen investieren. Das ist nur auf den ersten Blick eine Enttäuschung. Denn wenn ein Öko-Image zählt – und das tut es offenbar – dann ist es für Stromunternehmen plötzlich auch finanziell attraktiv, auf Öko-Produktion umzustellen. Schließlich ist es der Kunde, der entscheidet, welcher Strom produziert wird. Und wenn dieser nicht nur auf den Preis achtet, sondern auch auf die Ökobilanz des bezogenen Stromes, dann wird sich die Energielandschaft in Deutschland in Zukunft drastisch verändern. Es kann sein, dass der Öko-Vergleich zwischen großen und kleinen Anbietern bald anders aussieht.