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Geldanlage in Liechtenstein

Das Fürstentum Liechtenstein zählt zu den wichtigsten Bankenzentren weltweit und gehört zu den wichtigen Finanzplätzen in Europa. Bei der Geldanlage in Liechtenstein galt lange Zeit ein striktes Bankgeheimnis, doch wie bei der Geldanlage in der Schweiz ist auch Liechtenstein verpflichtet, bei den Aufklärungen bei Straftaten wie Steuerhinterziehung und Schwarzgeldbesitz Mithilfe zu leisten. Der Finanzsektor nimmt im Hinblick auf das Bruttoinlandsprodukt in Liechtenstein einen Anteil von knapp einem Drittel ein.


Bankgeheimnis in Liechtenstein


Seit November 2013 ist das Bankgeheimnis in Liechtenstein deutlich gelockert, denn das Fürstentum hat aufgrund des Drucks der OECD und der EU nachgegeben und der Vereinbarung zum automatischen Abgleich von Steuerdaten zugestimmt. Somit wird es ausländischen Bürgern in Liechtenstein erschwert, Schwarzgeld anzulegen und Zinseinkünfte vor dem deutschen Fiskus zu verstecken. Steuerhinterziehungen durch eine Geldanlage in Liechtenstein werden für Steuersünder aus Deutschland somit deutlich erschwert. Die Zeiten des Steuerparadieses Liechtenstein sind dadurch beendet, doch selbstverständlich war auch in der Vergangenheit nicht jede Geldanlage in Liechtenstein mit Illegalität verbunden. Anleger, die ihre Zinseinkünfte rechtmäßig in Deutschland versteuern und sich an die Ausfuhrdeklarationsvorgaben der EU halten, tätigen eine gang legale Geldanlage in Liechtenstein.


Finanzplatz und Bankenzentrum Liechtenstein


In dem kleinen Binnenstaat und Fürstentum Liechtenstein mit einer Fläche von nur rund 160 km² und einer Einwohnerzahl von rund 37.000 Bürgern verfügen 15 Banken über eine Banklizenz. Zu diesen zählen auch 7 Tochterunternehmen von Banken in Österreich und in der Schweiz. Der Fokus der Banken im Fürstentum Liechtenstein richtet sich auf die Bereiche Private Banking und Wealth Management. Des Weiteren sind viele Fonds- und Anlagegesellschaften und Versicherungsunternehmen am Finanzplatz Liechtenstein präsent.


Einlagensicherung für Geldanlagen in Liechtenstein


Da das Fürstentum Liechtenstein kein Mitglied der Europäischen Union ist, gilt die Einlagensicherung für Geldanlagen gemäß EU-Richtlinie. Dennoch wurde für die Geldanlage in Liechtenstein vom Fürstentum eine gesetzliche Einlagensicherung eingerichtet. Bei der Einlagensicherungs- und Anlegerschutzstiftung des Liechtensteinischen Bankenverbandes EAS handelt es sich um eine Stiftung nach liechtensteinischem Recht, die sich verpflichtet hat, Entschädigungszahlungen an die Kunden im Falle einer Bankenpleite zu leisten. Die Geldanlage von Privatkunden in Liechtenstein ist somit mit 100.000 Schweizer Franken abgesichert. Für alle Banken in Liechtenstein gilt die Mitwirkungspflicht an der Einlagensicherungs- und Anlegerschutzstiftung.



Finanzplatz Liechtenstein: Stiftungen zur Vermögensverwaltung


Am Finanzplatz Liechtenstein spielen Stiftungen zur Vermögensverwaltung eine wichtige Rolle. Reiche Anleger können eine Stiftung als Geldanlage in Liechtenstein gründen. Im Vergleich zu Stiftungen in Deutschland, bei denen nur eine Steuerbegünstigung besteht, wenn diese für einen gemeinnützigen Zweck gegründet wurden, profitieren im Fürstentum Liechtenstein auch Familienstiftungen von Steuervorteilen. Die Erträge der liechtensteinischen Familienstiftungen kommen dem Stifter oder dessen Angehörigen zu.

Diese Möglichkeit besteht zwar in Deutschland ebenfalls, doch im Unterschied zu Deutschland, wo für Familienstiftungen keine Steuervergünstigungen gelten, besteht in Liechtenstein eine Steuerbefreiung bzw. Steuerreduzierung für Familienstiftungen. Bei einer Geldanlage in Stiftungen in Liechtenstein muss lediglich eine jährliche Kapitalsteuer entrichtet werden, die bei lediglich 0,1 Prozent des in die Stiftung eingezahlten Kapitals bzw. bei mindestens 1.000 Schweizer Franken jährlich liegt. Beträgt das der Stiftung zugeführte Kapital mehr als 2.000.000 Schweizer Franken beträgt der Kapitalsteuersatz in Liechtenstein sogar nur noch 0,075 Prozent, bei über 10.000.000 Schweizer Franken wird der Steuerbetrag sogar auf 0,05 Prozent pro Jahr reduziert.


Errichtung einer Stiftung in Liechtenstein


Wer zur Geldanlage eine Stiftung in Liechtenstein errichten will, muss ein Kapital von mindestens 30.000 Schweizer Franken in die Stiftung investieren, danach wird eine Stiftungserklärung abgegeben, die schriftlich erfolgen und vom Stifter unterzeichnet werden muss. Die Stiftungserklärung muss neben der Bezeichnung der Stiftung auch deren Zweck und die Namen der Mitglieder im Stiftungsrat enthalten. Eine Stiftung wird in Liechtenstein nicht öffentlich registriert und eine Genehmigung der Behörden ist ebenfalls nicht erforderlich. Generell können auch ausländische Bürger von den Steuervorteilen einer Geldanlage durch eine Stiftung in Liechtenstein profitieren, allerdings müssen die Kapitalerträge bei der Steuererklärung angegeben werden.