Tauziehen der Großmächte
Silberpreis auf Rekordhoch – Manipuliert China den Markt?
Der Edelmetallmarkt steht vor einer Zeitenwende – und Silber rückt dabei ins geopolitische Zentrum. Jan Willhöft analysiert für wO TV die Lage am Markt.
Der Silberpreis hat ein neues Allzeithoch erreicht. Hintergrund ist eine brisante Entwicklung in den USA: Die Regierung stuft Silber (engl. Silver, abgekürzt „SB“) nun offiziell als „kritisch und systemrelevant“ ein – und gibt offen zu, nicht über ausreichende strategische Reserven zu verfügen. Die weltweite Unterversorgung spitzt sich zu, während gleichzeitig die Nachfrage durch Industrie, Verteidigung und Energiewende steigt.
Ein weiterer Treiber: Ein Bericht des US-Repräsentantenhauses wirft China gezielte Preismanipulation bei strategischen Rohstoffen vor – insbesondere bei Lithium. Die Volksrepublik, globaler Platzhirsch bei Veredelungskapazitäten, soll mit künstlich gedrückten Preisen westliche Industrieprojekte ausbremsen, um die Kontrolle über zentrale Lieferketten zu behalten. Auch Silber ist davon indirekt betroffen, da China auf dem physischen Markt zuletzt massiv Bestände aufkaufte – neue Rekordabflüsse bei der Shanghai Gold Exchange belegen das.
Parallel steigt die geopolitische Bedeutung von Gold: Nach vier Jahren Pause ist nun auch Brasiliens Zentralbank in den Kaufmodus gewechselt – ein wichtiges BRICS-Mitglied, das sich offen gegen die US-Dominanz stellt.
Charttechnisch sendet Silber klare Kaufsignale: Analysten verweisen auf eine bullische Cup-and-Handle-Formation, kombiniert mit knapper Minenproduktion, hohem industriellen Verbrauch (u. a. in Solarenergie und Rüstung) sowie steigenden Leasingkosten – ein klares Zeichen physischer Engpässe.
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Moderation: Jan Willhöft
Silber wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,09 % und einem Kurs von 53,32USD auf Lang & Schwarz (13. November 2025, 15:12 Uhr) gehandelt.
