Experte im Interview
"Sweet Spot" für Anleger: Warburg-Volkswirt sieht steigende Kurse in 2026
Trotz geopolitischer Spannungen, schwächelnder deutscher Wirtschaft und weiterhin bestehender Handelsbarrieren blickt Carsten Klude, Chefvolkswirt der Hamburger Privatbank M.M.Warburg, optimistisch auf das Börsenjahr 202
Im Interview mit wO TV betont Klude, dass Anleger weiterhin mutig bleiben sollten – insbesondere in den USA. Die US-Wirtschaft zeige sich überraschend robust, was nicht nur auf stabile Konsumausgaben, sondern auch auf steigende Unternehmensgewinne hindeute, so Klude.
Der S&P 500 habe daher weiteres Potenzial – trotz eines leicht steigenden Drucks am Arbeitsmarkt durch KI-Investitionen. Für Anleger könne das sogar vorteilhaft sein: geringerer Beschäftigungsaufbau bei gleichzeitigem Gewinnwachstum sei historisch oft ein "Sweet Spot" für Aktien.
In Deutschland rechnet Klude mit konjunkturellen Impulsen durch milliardenschwere Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben, mahnt jedoch: „Die Gelder fließen zu langsam. Bürokratie bremst den Effekt.“ Chancen sieht er aber in Europa insgesamt – vor allem in ehemaligen Krisenländern wie Spanien, Portugal und Griechenland, die heute strukturell besser aufgestellt sind.
Bei den Emerging Markets überzeugt Klude vor allem China: Trotz struktureller Probleme zeichne sich dort eine Stabilisierung ab, insbesondere am Immobilienmarkt. Indien bleibe zwar wirtschaftlich stark, sei aber aus Bewertungssicht weniger attraktiv.
Moderation: Martin Kerscher

