Experte im Interview
Zinswende voraus: Darum führt auch 2026 kein Weg an US-Aktien vorbei!
Die US-Notenbank Fed steht kurz vor einem neuen Zinssenkungszyklus – mit potenziell positiven Folgen für die Börsen im Jahr 2026. Interview mit Volker Schilling von Greiff Capital Management.
"Die Fed betreibt Feinjustierung, keine Krisenpolitik", so Schilling im Gespräch mit wO TV. Ein erster Schritt um 0,25 Prozentpunkte sei nahezu eingepreist, entscheidend werde die Forward Guidance. Sollte die Fed weitere Lockerungen in Aussicht stellen, könnten Wachstumswerte wie Tech und Communications profitieren – allen voran Big Tech, aber auch Mid Caps wie im Russell 2000.
Die EZB hingegen hält still. Der Grund: Anders als die Fed sei sie einzig der Preisstabilität verpflichtet – und mit einer Inflation von rund 2 Prozent sei der geldpolitische Auftrag erfüllt. Zinssenkungen seien daher nicht zwingend nötig, so Schilling. Europa bleibe damit stabil, aber ohne Impuls.
Chancen sieht der Kapitalmarktstratege vor allem bei dividendenstarken Value-Werten sowie ausgewählten Small Caps mit globaler Ausrichtung. Für Anleger bedeutet das laut Schilling: In den USA bieten sich Wachstumswerte und zinssensible Branchen wie Immobilien oder Basiskonsum an. Europa hingegen sei ein Fall für defensives Stockpicking.
Und Asien? Die Region gelte als stabilster Emerging Market mit attraktiver Beimischung – vor allem durch die Kombination aus Wachstum, Freihandel und politischer Berechenbarkeit.
Moderation: Martin Kerscher, Text: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

