Zeitenwende auf dem Parkett?
Märkte zwischen Rekorden und Nervosität: Wird die Börse unberechenbar?
Anleger erleben derzeit eine Börse, die zwischen Rekorden und Unsicherheit schwankt. Martin Lück, Chefanlagestratege bei Franklin Templeton, sieht die mehrjährige Aktienrallye langsam an ihre Grenzen stoßen.
"Maximale Unsicherheit" präge den Markt, bedingt durch geopolitische Spannungen und die endende Hochphase der Technologieaktien, die die Märkte in den letzten Jahren antrieben. Zweifel an den Geschäftsmodellen großer Tech-Unternehmen sorgen für nervöse Reaktionen.
Ein weiteres Problem ist die zunehmende Unberechenbarkeit in der Politik. Unsicherheit, wie sie durch unvorhersehbare geopolitische Entwicklungen entsteht, sei besonders schädlich für die Märkte. Lück betont, dass in solchen Zeiten die Berechenbarkeit von Zyklen fehlt, was die Unsicherheit für Investoren erhöht.
Die Bewertung großer Technologieunternehmen steht zunehmend unter Druck, da diese nach jahrelangem Wachstum nun an ihre Grenzen stoßen. Innovationen wie die künstliche Intelligenz könnten jedoch den Markt erneut aufmischen, wobei Lück die Unternehmen der nächsten Phase – die KI für Geschäftsmodelle nutzen – als potenzielle Gewinner sieht.
Angesichts der weltpolitischen Unsicherheiten und der abwertenden Dollarentwicklung empfiehlt Lück, mehr in Europa und Schwellenländer zu investieren. Die USA, einst als Innovationsmotor, seien aufgrund von Unsicherheiten und Währungsrisiken weniger attraktiv.
Moderation: Martin Kerscher, Text: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
