Polleit exklusiv
Der stille Krieg gegen Bargeld – Was steckt hinter der Cash-Feindlichkeit?
Torsten Polleit, Herausgeber des Boom and Bust Reports, beklagt im Gespräch mit wallstreetONLINE eine zunehmende Stigmatisierung von Bargeld.
Der Experte sieht hinter diesem Trend nicht nur technologische Entwicklungen, sondern auch gezielte staatliche Eingriffe, die die Bargeldnachfrage schwächen sollen. Polleit unterscheidet dabei zwei Aspekte des "Kriegs gegen Bargeld": das Angebot und die Nachfrage.
Während die Bereitstellung von Bargeld nach wie vor durch gesetzliche Regelungen geschützt ist, wird die Nachfrage systematisch reduziert. Durch Maßnahmen wie die Erhöhung von Gebühren, die Einführung von Abhebelimits und die negative Berichterstattung über Bargeld werde der Umgang mit Barzahlungen zunehmend unattraktiv gemacht. Politische und wirtschaftliche Akteure wollen so ihre Kontrolle über das Geldsystem ausbauen.
Polleit rät, zumindest einen Teil der Ausgaben weiterhin in Bargeld zu tätigen und sich bewusst für die eigene Zahlungsfreiheit einzusetzen. Die Entwicklung hin zu einer bargeldlosen Gesellschaft könne die Autonomie des Einzelnen erheblich einschränken.
Moderation: Martin Kerscher

