Portfolio-Experte Gerd Kommer
Edelmetalle im Depot: Mythos oder Mehrwert?
In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und Inflation fragen sich viele Anleger, ob Edelmetalle wie Gold oder Silber als Stabilitätsanker im Portfolio sinnvoll sind. Vermögensverwalter Gerd Kommer über Vor- und Nachteile.
Edelmetalle gelten als sichere Hafenwerte in Krisenzeiten. Doch ihre hohe Volatilität stellt die Frage, ob sie tatsächlich stabilisierend wirken. "Die Schwankungen bei Gold sind höher als bei Aktien. Silber, Platin und Palladium haben sogar doppelt so hohe Volatilitäten", erklärt Gerd Kommer im Gespräch mit wO TV.
In den letzten Jahrzehnten erlebten Edelmetalle eine wechselhafte Entwicklung: Nach einer langen Phase der Enttäuschung bis 2002 folgte eine Erholung, die durch die Finanzkrise und kleinere Rücksetzer geprägt war. Besonders seit 2023 steigen die Preise erneut rasant, was bei Investoren die Frage nach der Nachhaltigkeit aufwirft. "Edelmetalle werfen keine Dividenden ab und bieten keine Cashflow", so Kommer weiter. Ihre Rendite resultiert daher ausschließlich aus Preisanstiegen, was sie zu spekulativen Anlageformen macht.
Besonders Gold hat keine industrielle Nutzung und wird hauptsächlich als Schmuck oder Anlageobjekt gehandelt. Silber, Platin und Palladium weisen neben der Investitionsnachfrage auch industrielle Anwendungen auf. Für Privatanleger empfiehlt Kommer eine feste Quote im Depot, zum Beispiel 5 Prozent für Gold. "Das regelmäßige Rebalancing hilft, die Beimischung stabil zu halten und nicht auf den aktuellen Preistrend zu reagieren", so Kommer.
Moderation: Martin Kerscher


