Gold-Rallye vorbei?
Experte warnt vor heiß gelaufenem Markt – wo jetzt die Chancen stecken
Die Rekordjagd beim Goldpreis hat viele Anleger angelockt. Nach dem steilen Anstieg sei der Markt jedoch zunächst reif für eine Konsolidierung, sagt Kapitalmarktexperte Manfred Schlumberger bei wO TV.
Der starke Kursanstieg des gelben Edelmetalls habe zuletzt zahlreiche private Anleger und Hedgefonds angezogen, erklärt Schlumberger,Leiter Kapitalmarktanalyse der Fürstlich Castell'schen Bank im Interview mit wallstreetONLINE.
Nach einer derart dynamischen Bewegung seien Gewinnmitnahmen und schärfere Rücksetzer jedoch nicht ungewöhnlich. Trotz der hohen Bewertung hält Schlumberger Gold weiterhin für einen sinnvollen Krisenschutz im Portfolio.
Der wichtigste Treiber der vergangenen Jahre seien nicht Privatanleger gewesen, sondern Zentralbanken. Vor allem Schwellenländer hätten ihre Bestände an US-Staatsanleihen reduziert und stattdessen Gold gekauft. Hintergrund sei das wachsende Misstrauen gegenüber dem US-Dollar und möglichen geopolitischen Risiken.
Besonders interessant bleiben für den Analysten Goldminenaktien. Während Gold selbst keinen laufenden Ertrag generiere, profitierten Minengesellschaften von hohen Gewinnmargen. Die Förderkosten lägen vielerorts deutlich unter dem aktuellen Goldpreis, was den Unternehmen hohe Cashflows und attraktive Gewinne beschere.
Fundamental seien Goldminen daher leichter zu bewerten als das Edelmetall selbst. Für Anleger empfiehlt Schlumberger eine Gold- beziehungsweise Goldminenquote zwischen 5 und 10 Prozent im Portfolio. Höhere Gewichtungen könnten zu Klumpenrisiken führen. Zudem dürften steigende Zinsen den Goldpreis belasten, da festverzinsliche Anlagen dadurch attraktiver werden.
Moderation: Martin Kerscher

