Experte im Interview
Commerzbank vor dem Kipppunkt: "Eine Übernahme lässt sich kaum noch verhindern“
Die Übernahmeschlacht um die Commerzbank spitzt sich zu. Verliert Deutschlands zweitgrößte Bank endgültig ihre Unabhängigkeit? Marktexperte Martin Lück liefert bei wallstreetONLINE Antworten.
Während die italienische Unicredit mit Synergien, Größe und europäischer Schlagkraft für einen Zusammenschluss wirbt, sieht Martin Lück, Geschäftsführer von Macro Monkey, vor allem einen klassischen feindlichen Übernahmeversuch – und zweifelt an vielen der vorgebrachten Argumente.
Im Gespräch mit wallstreetONLINE bezeichnet Lück die Offerte von Unicredit-Chef Andrea Orcel als konsequent auf den Shareholder Value ausgerichtet. Das Ziel sei eine maximale Eigenkapitalrendite durch strikte Kostendisziplin. Ob davon Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen profitieren würden, sei jedoch fraglich.
Gerade die Commerzbank habe sich als wichtige Mittelstandsbank etabliert und punkte mit intensiver Kundenbetreuung im Firmenkundengeschäft sowie im Vermögensmanagement. Die von Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp vorgestellte Strategie "Momentum 2030" bewertet Lück grundsätzlich positiv.
Die Bank habe ihre Profitabilität bereits deutlich verbessert und verfüge noch über weiteres Potenzial. Gleichzeitig sei das ambitionierte Programm aber auch ein Instrument, um den Aktienkurs zu stützen und eine Übernahme für Unicredit teurer zu machen.
Mehr von Martin Lück finden Sie unter: https://macromonkey.de/
Moderation: Martin Kerscher
Die Commerzbank Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,74 % und einem Kurs von 36,80EUR auf Tradegate (12. Juni 2026, 16:17 Uhr) gehandelt.

