Experte im Interview
Yen-Wende mit Folgen: Vorndran warnt vor neuem Zinsregime
Die USA und Japan haben gemeinsam am Devisenmarkt eingegriffen, um den Yen zu stützen. Für Philipp Vorndran von Flossbach von Storch war der Schritt überfällig – einen nachhaltigen Trendwechsel sieht er aber nicht.
Der Yen habe sich in den vergangenen Jahren massiv von seiner Kaufkraftparität entfernt. Für Japan drohe dadurch zunehmend der Eindruck einer "Weichwährung". Die USA wiederum störten sich an den Wettbewerbsvorteilen japanischer Unternehmen durch den schwachen Yen, insbesondere im Technologiesektor.
Als wichtigste Ursache der Yen-Schwäche sieht Vorndran kurzfristig vor allem die großen Zinsunterschiede. Während die kurzfristigen japanischen Zinsen weiterhin um ein Prozent und damit unter der Inflationsrate liegen, sind die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen inzwischen auf mehr als 2,8 Prozent gestiegen.
Bemerkenswert ist für Vorndran vor allem, was daraus für Europa und die USA folgen könnte. Hoch verschuldete Staaten könnten versucht sein, sich stärker am japanischen Modell zu orientieren: niedrige Zinsen am kurzen Ende, höhere Renditen bei langen Laufzeiten.
Moderation: Martin Kerscher
Die Währung USD/JPY wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von 0,00 % und einem Kurs von 159,3JPY auf Forex (16. August 2026, 09:30 Uhr) gehandelt.

