Experte im Interview
Mit privaten Ersparnissen das Wachstum ankurbeln? Ökonom warnt!
Die EU überlegt, private Ersparnisse stärker für Investitionen zu mobiisieren. Im Gespräch mit wO TV erklärt Thorsten Polleit, warum er diese Pläne kritisch sieht.
Polleit, Herausgeber des "Boom and Bust-Reports" hält die Vorstellung für falsch, dass Milliarden auf Bankkonten ungenutzt herumliegen. Einlagen wie Termin- oder Spareinlagen seien vielmehr ein wichtiger Bestandteil der Bankenfinanzierung.
"Diese Ersparnisse sind bereits verliehen", erklärt Polleit. Sie bilden die Refinanzierungsbasis, mit der Banken Kredite an Unternehmen und Staaten vergeben.
Eine mögliche Umsetzung könnte laut Polleit zunächst freiwillig erfolgen – etwa über europäische Anleihen, die Bürgern zur Finanzierung politischer Projekte angeboten werden. Dazu könnten Infrastruktur, Klimaprojekte oder auch Verteidigungsausgaben zählen.
Allerdings würde dadurch den Banken ein Teil ihrer bisherigen Refinanzierung entzogen. Sie müssten sich stärker über den Kapitalmarkt oder die Europäische Zentralbank finanzieren.
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Moderation: Martin Kerscher

