Volkswagen in der Krise
Dudenhöffer rechnet mit VW-Vorstand und Eigentümern ab
Volkswagens Zukunftsplattform verschiebt sich um vier Jahre – und der Machtkampf mit der Belegschaft eskaliert zur Unzeit.
Die Kernplattform für Volkswagens Elektrozukunft kommt vier Jahre später als geplant. Das ist nach Einschätzung von Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center for Automotive Research einer der teuersten Fehler des Konzerns der vergangenen Jahre.
Die sogenannte SSP-Plattform, der technische Baukasten für künftige E-Autos aller Konzernmarken, sollte 2026 starten. Nun ist der Termin auf 2030 verschoben. Betroffen sind auch wichtige Modellanläufe bei Audi, die sich dadurch verzögern.
Parallel dazu eskaliert der Streit mit der Belegschaft. Der Vorstand hat zehn Tarifverträge gekündigt, darunter den Manteltarifvertrag. Dudenhöfer kritisiert die "Salamitaktik" des Managements: erst 50.000 Stellenabbau, dann mögliche Werksschließungen, dann 100.000 betroffene Arbeitsplätze, jetzt die Tarifkündigung. Die IG Metall warnt bereits vor einem heißen Herbst 2027.
Auch die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch geraten in den Fokus. Über die Porsche SE sind sie stark kreditfinanziert am VW-Aktienkurs engagiert – fällt dieser, wächst der Druck auf die Familie selbst. Dudenhöffer hält eine Stabilisierung des Kurses für dringend nötig, sieht aber eher wachsende Instabilität.
Moderation: Martin Kerscher
Die Volkswagen (VW) Vz Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,47 % und einem Kurs von 67,94EUR auf Tradegate (02. Oktober 2026, 16:50 Uhr) gehandelt.

