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    Smart Investor Weekly 22/2012: Liberalitas Bavariae – Was ist liberal?!

    Gastautor: Ralf Flierl
     |  31.05.2012, 16:47  |  1222 Aufrufe  |   | 

     Leben und leben lassen
    Was lateinisch etwas umständlich als „Liberalitas Bavariae“ daherkommt, wird im Alltag ganz unkompliziert als „Leben und leben lassen“ umgesetzt. Der Staat allerdings tut sich selbst in Bayern schwer damit, seine Bürger nicht zu behelligen. Das muss auch so sein. Mangels eigener Produktivität ernährt sich der Staatsapparat vollständig von den aktuellen und künftigen Früchten, die seine Untertanen erwirtschaften. Er kann seine Bürger daher gar nicht in Ruhe lassen. Die aktuelle Diskussion um die Einführung einer Pkw-Maut entlockte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt eine in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte Aussage:

    „Ich weiß wirklich nicht, was besonders liberal daran sein soll, dass deutsche Autofahrer im Ausland bezahlen sollen, und ausländische Autofahrer in Deutschland aber nicht.“

    Liberal wäre es, den (autofahrenden) Bürgern kein Geld aus der Tasche zu ziehen, weil es dort schlicht am besten aufgehoben ist – ganz egal wie andere Länder das handhaben. Natürlich geht es mal wieder um die heilige „Gerechtigkeit“, jene schwer gezinkte Karte, die von der Politik so gerne ausgespielt wird. Auf gut deutsch: „Haust Du meine Tante, hau‘ ich Deine Tante“, so die „gerechte“ Botschaft ans Wahlvolk. Schade nur, dass es aus lauter „Tanten“ besteht und daher grundsätzlich die Schläge bezieht. Zusatzschläge (also neue Abgaben) als Gerechtigkeit zu verkaufen, ist schon dreist. Noch dreister ist die Unterscheidung zwischen „deutschen“ und „ausländischen“ Autofahrern, so als ob Inländer im Inland nicht mautpflichtig sein würden. Auch Verkehrsminister Ramsauer schlug heute in die gleiche Kerbe: Dass Deutsche in Nachbarländern Autobahn-Maut zahlten, ausländische Fahrer hier aber nicht, werde „von den Menschen als ungerecht empfunden“. Das Kalkül scheint zu sein, dass die Bürger vor lauter Freude über die neue „Gerechtigkeit“ ganz übersehen, dass diese sie eine hübsche Stange Geld kosten wird. Die Kanzlerin jedenfalls erteilte den Plänen Ramsauers heute eine „klare“ Absage, was etwa so klingt: Die Einführung einer Pkw-Maut sei „kein Vorhaben für diese Legislaturperiode“. Es ist klar, welches das wichtige Wort ist. Ansonsten gilt weiterhin, was schon bei Einführung der Lkw-Maut betont wurde: „Niemand hat die Absicht eine Pkw-Maut einzuführen.“
     

    Näher an den Rohstoffmärkten geht nicht.
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    „Grexit“
    Damit kommen wir zwanglos zur Krise um den Euro. Auch dessen Niedergang wird von einem regelrechten Wasserfall an Dementis und absolut einmaligen „Hilfsmaßnahmen“ begleitet. Dabei treibt die Unterstützung der absurden „Rettungspolitik“ immer seltsamere Blüten. Heute lesen wir etwa in der Online-Ausgabe der Zeit: „Griechenland – Prominente Europäer warnen vor Euro-Austritt“ „mehr als 50 bekannte europäische Persönlichkeiten“ hätten unter dem Titel „Rettet den Euro“ einen entsprechenden Aufruf verfasst. Betrachtet man die ziemlich schmucklose Internetseite „Save the Euro“, dann findet sich dort tatsächlich eine Ansammlung mehr oder weniger bekannter Namen und wirklich, es sind „mehr als 50“ – um genau zu sein 51. Vielleicht liegt die geringe Zahl der Unterstützer nur daran, dass sich die wirklich bedeutsamen Euro-Unterstützer und damit Gegner eines „Grexits“ (Greek Exit = Ausstieg Griechenlands) gar nicht auf der Liste eingetragen haben: Goldman Sachs etwa, die – wie es deren Chef Lloyd Blankfein in einem Anflug von Demut formulierte – gar nicht Gott sind, sondern lediglich „Gottes Werk“ tun. Ebenso wie andere große Finanzinstitutionen, die hinter den Kulissen aktiv sind. Warum auch wir keinen „Grexit“ erwarten und wer sich sonst noch so alles hinter den Kulissen tummelt, das können Sie im neuen Smart Investor Ausgabe 6/2012 nachlesen, im „Großen Bild“ ab Seite 48 oder im Beitrag über die Bilderberger ab Seite 14.

    ESM – Flagge zeigen!
    Eindrucksvoller fallen da schon die Unterstützerzahlen aus, die etwa die Zivile Koalition e.V. um Beatrix von Storch mobilisieren kann (teils im Millionenbereich). Neben diversen Aktionen im virtuellen Raum, an denen sich die Bürger auf der Plattform Abgeordneten-Check (www.abgeordneten-check.de) bequem beteiligen können, trägt man den Protest nun auch auf die Straße: Anlass ist die unmittelbar bevorstehende Ratifizierung des sogenannten Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM, gegen den am 2. Juni um 11:00 Uhr am Münchner Karlsplatz eine Großdemonstration stattfinden wird. Mitinitiatoren dieses breiten Bündnisses sind die Freien Wähler Bayern, der Bund der Steuerzahler in Bayern e.V. und Mehr Demokratie e.V.. Hier können die Bürger zumindest einmal wahrgenommen werden und sollten „Flagge zeigen“. Der ESM, eigentlich eine Bank, wird das politische und wirtschaftliche Leben in der EU verändern. Wie wir in unserer Titelgeschichte der aktuellen Smart Investor-Ausgabe 6/2012 ausführen, steht die neue ESM-Bank nicht für Stabilität, sondern für Enteignung, Sozialismus und Misswirtschaft – bedrückende Aussichten für die Völker Europas.

    Zu den Märkten
    Angesichts der sich erneut und – so abgegriffen das inzwischen klingt – wieder einmal dramatisch zuspitzenden Euro-Krise wollen wir heute den Stein des Anstoßes, also den Euro selbst genauer betrachten. Wir tun dies gegen den US-Dollar, weil es das gebräuchlichste Währungspaar ist. Natürlich wissen wir, dass das jeweilige Austauschverhältnis dieser beiden, buchstäblich an nichts gebunden und massiven Manipulationen ausgesetzten Papierwährungen inzwischen vollkommen willkürlich ist. Andererseits ist es gerade die Ähnlichkeit der beiden Währungen, die dann doch wieder recht deutlich zeigt, wer auf dem Weg nach unten die Nase vorn hat. Ein Chart des Euro gegen Gold, würde die Frage, ob im Euro auch nur ansatzweise so etwas wie eine Wertaufbewahrungsfunktion steckt eindrucksvoll verneinen. Aber selbst gegen den US-Dollar zeigt sich der Euro weiter schwach. Nach dem Verlassen des „Blauen Diamanten“ (vgl. Chart) entwickelte sich im Euro echte Abwärtsdynamik. Wir gehen davon aus, dass dies – abgesehen von technischen Gegenreaktionen – noch eine Weile so bleibt. Langfristig wird allerdings keines dieser maroden Papiergeldsysteme in der aktuellen Form überleben können. Die technische Gegenreaktion, die wir etwa auf der Hälfte der jüngsten Schussfahrt sehen, fiel noch kümmerlicher aus, als am Aktienmarkt. Dieses Kursverhalten deutet auf einen enormen Abwärtsdruck. Die Baisse jedenfalls bleibt intakt, sowohl im Euro als auch im DAX.

    Musterdepot (Aktien)
    Neuigkeiten zu Demag Cranes: Wie in unserem Beitrag „Garantiert und nachgebessert“ in Smart Investor 4/2012 ab Seite 72 erläutert, bietet ein übernehmendes Unternehmen beim Abschluss eines Gewinnabführungsvertrages immer zwei Optionen an:
    1. Eine Barabfindung (im Fall von Demag Cranes 45,52 EUR)
    2. Eine jährliche Ausgleichszahlung in Form einer Garantiedividende (im Fall von Demag Cranes 3,33 EUR (brutto))
    Da wir mit der Demag-Aktie ein Investment mit anleiheähnlichen Charakteristika tätigen wollen und zudem der Kurs über der gebotenen Barabfindung liegt, werden wir diese nicht annehmen, sondern die jährliche Garantiedividende (aktuell eine Dividendenrendite von ca. 6,5%) beziehen und die Aktie halten. Zusätzlich spekulieren wir damit auf einen Squeeze-Out durch den Hauptaktionär Terex auf einem höheren Kursniveau.
    Mit unserem ermäßigten Verkaufslimit von 0,29 EUR für 10.000 Stück Strateco Res. (WKN A0CAKR) (Kurs akt.: 0,29 EUR) werden wir voraussichtlich heute zum Zuge kommen. Mehr hierzu im nächsten Smart Investor Weekly.
    Unser Kauflimit von 10,20 EUR für 1.200 Stück First Majestic Silver Corp. (akt. Kurs: 11,37 EUR) ist bislang nicht aufgegangen, bleibt aber weiter im Markt.
    Auch unser Kauflimit von 33,55 EUR für 450 Stück Fastenal (akt. Kurs: 36,31 EUR) erwies sich bislang als zu knapp gesetzt. Wir belassen es ebenfalls im Markt.

    Musterdepot (Fonds)
    Keine Änderungen.

    Veranstaltungshinweis
    Letzte Gelegenheit für eine Teilnahme an der „3. Mark Banco Anlegertagung – Euro-Misere ohne Ende“ des Instituts für Austrian Asset Management am 1./2. Juni in Hamburg. Es sind nur noch wenige Restplätze verfügbar. Näheres finden Sie hier:
    http://www.ifaam-institut.de/wp-content/uploads/2012/03/Programmheft3. ...

    Fazit
    Was sich bereits letzte Woche abzeichnete, wurde zur Gewissheit. Die Erholung im DAX erwies sich als kümmerlich. Der Euro zeigt selbst gegen den kränkelnden US-Dollar nur Dynamik nach unten. Die Politik hat erkennbar Schwierigkeiten, die Geister die sie rief, auch nur halbwegs im Zaum zu halten.

    Ralf Flierl, Christoph Karl, Ralph Malisch

    Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
    Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

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