Profil
"Neuer Markt" war bis zur Jahrtausendwende ein Synonym für unglaubliche Gewinne und utopische Erwartungen. Die Dotcom-Blase trieb den Nemax – die Frankfurter Variante des Nasdaq – auf Rekordhöhen. Umso tiefer war der Fall, als die Blase platzte und umso größer das Bedürfnis, danach alles anders zu machen. Neue Transparenz-Richtlinien sollten Unübersichtlichkeit und Insiderhandel, die den Börsen-Hype stützten, vorbeugen. In der Folge wurde der Nemax 50 im März 2003 durch den TecDAX ersetzt.
Dieser neue Aktienindex versuchte sich nicht nur mit seinem Namen von der Vergangenheit der Papiere von Technologie-Unternehmen loszulösen. In den TecDAX werden nur noch Unternehmen aufgenommen, die den ebenfalls 2003 etablierten Prime Standard erfüllten. Damit bezeichnet die Frankfurter Börse Transparenz-Regeln, die über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen. Dazu gehören ausführliche Quartalsberichte, Kommunikation in deutscher und englischer Sprache sowie erweiterte Sanktionsmöglichkeiten der Börse, falls Regeln verletzt werden.
Heute sind im TecDAX immer noch einige Internet-Dienstleister enthalten; doch der Großteil der dort vertretenen Unternehmen gehören forschungsintensiven Hightech-Branchen an wie u. a. Biotechnologie-Unternehmen oder Solarzellen-Hersteller. Die Unternehmen zählen zu den Marktführern in ihrer Branche und können eine stabile Ertragsentwicklung vorweisen. So sollen Auswüchse wie die New-Economy-Blase in Zukunft verhindert werden.