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Milliarden-Pleitier Jürgen Hanne im Umfeld von Kanada-Ölfonds aufgetaucht

 |  07.01.2013, 12:19  |  1362 Aufrufe  |   | 
Zwölf Jahre nach dem Milliarden-Crash seines Immobilienimperiums mischt Jürgen Hanne offenbar wieder am deutschen Kapitalmarkt mit. Hanne, der mit geschlossenen Fonds in den 1990er Jahren Tausende Anleger schädigte, hat nach Recherchen der WirtschaftsWoche enge Verbindungen zu Ölfonds, die von der kanadischen Conserve Oil Corporation sowie deren Tochterfirmen in Deutschland vertrieben werden. Bisher haben sie rund 300 Millionen Euro eingeworben. Informationen der WirtschaftsWoche zufolge nahm Hanne an internen Besprechungen der Conserve Oil Corporation teil und besitzt ein Büro dort. Die Conserve Oil residiert zudem an Anschriften und nutzt Telefonnummern, die auch von Firmen aus dem Umfeld von Hanne genutzt wurden.
 
Die deutsche Tochtergesellschaft teilte auf Nachfrage mit, Kontakte zu Hanne seien nie bestritten worden. Dieser sei aber lediglich in der Gründungs- und Etablierungsphase der Conserve Oil bei der Ansiedlung tätig gewesen, wobei das Unternehmen als Nachmieter auch Räumlichkeiten bezogen habe, die zuvor von Unternehmen aus dem Umfeld von Hanne genutzt worden waren. Man wisse jedoch „von keiner Zusammenarbeit oder einer wie auch immer gearteten gesellschaftsrechtlichen Verbindung“. Die Dr. Hanne-Gruppe hatte bis zur Jahrtausendwende mit Immobilienfonds für Seniorenresidenzen und Hotels rund 1,5 Milliarden Mark eingesammelt. Ihre Pleite riss auch die Bankgesellschaft Berlin mit in den Abgrund und war deshalb Gegenstand in einem Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Hanne setzte sich nach der Pleite nach Kanada ab.
 
Die Conserve-Oil-Gruppe hat bisher über acht geschlossene Fonds rund 300 Millionen Euro von deutschen Anlegern eingeworben. Nach Informationen der WirtschaftsWoche liefen bei der Investitionsgesellschaft des ersten Fonds im Jahr 2010 Verluste auf, die gegenüber den Anlegern bisher nicht offen gelegt wurden. Das geht aus internen Finanzberichten hervor, die der Zeitschrift vorliegen. Hierzu teilte ein Sprecher auf Nachfragen mit, alle Ausschüttungen an die Anleger seien operativ erwirtschaftet worden. Die testierten Bilanzen der Investitionsgesellschaft wollte das Unternehmen allerdings nicht vorlegen, es gebe keine rechtliche Grundlage, auf der die WirtschaftsWoche dies verlangen könne.


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