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Das K.O.-Kriterium für Seltene Erden Aktien: Wie man die Spreu vom Weizen trennt

Gastautor: Stephan Bogner
20.12.2013, 19:32  |  19077   |  29   |   

Es gibt viele Aspekte, die entscheidend für den Erfolg einer Seltene Erden (REE; Rare Earth Elements) Lagerstätte sind, um zur Minen entwickelt zu werden. Allerdings stellt sich sofort die Frage: Warum werden so viele REE-Lagerstätten nicht in die Produktion gebracht und treten trotz “robusten” Wirtschaftlichkeitsstudien auf der Stelle?

John Kaiser von Kaiser Research Online argumentiert, dass es 3 K.O.-Kriterien bei der Qualitätsbeurteilung einer REE-Lagerstätte gibt: 1. Gesteinswert (“rock value”); 2. Tonnage (“tonnage footprint”); 3. Verteilung der Metalle (“distribution of metals”). Beinhaltet eines dieser Punkte auch die Spreu vom Weizen zu trennen – alias Metallurgie?

Chinesische Raffinerien verarbeiten mineralische Konzentrate mit >30% TREO und >60% Gewinnungsraten („recoveries“) – und es ist genau das, wonach sie suchen. Bedenken Sie das mal!

Bei REE-Lagerstätten geht es immer um den Säure-Verbrauch (“acid consumption”), denn diese verursacht typischerweise die grössten Kosten. Weniger Material bedeutet weniger Säure, womit wiederum weniger negativ-behaftete Elemente in Lösung gebracht werden, was bedeutet, dass weniger Kosten und weniger Komplikationen während dem Prozess entstehen. Die Fähigkeit, ein marktgängiges Konzentrat zu produzieren ist für REE-Unternehmen von höchster Wichtigkeit, um ihre Lagerstätte zur Mine zu entwickeln.

Jedoch erweist es sich als schwierig bis unmöglich, in der REE-Branche öffentlich zugängliche Informationen über Konzentrate zu finden, da die Meisten um das Thema herumreden und es meiden wie der Teufel das Weihwasser. Ein offensichtlicher Grund dafür ist die Komplexität, ein Konzentrat herzustellen, das den Anforderungen einer Raffinerie entspricht. Es ist oftmals der Fall, dass nur ein Teil der Information veröffentlicht wird, damit der Leser nicht die vollständige Signifikanz bewerten kann.

Im April 2013 veröffentlichte Avalon Rare Metals Inc. (TSX: AVL) ihre eigene Zusammenfassung einer “positiven” Machbarkeitsstudie (“feasibility study”) über die Nechalacho-Lagerstätte in der kanadischen Provinz Northwest Territories. Vor ein paar Tagen wurde bekannt gegeben, dass eine verbesserte Gewinnungsrate sowohl für den Konzentrator als auch für die hydrometallurgische Anlage (“Raffinerie”) erzielt werden konnte, und zwar von 42% seit der Machbarkeitsstudie vom April 2013 auf nun 80%. Jedoch wurde nicht bekannt gegeben, welches Gehalt das Anlagen-Eingangsmaterial (“feed grade”) und welches Gehalt das Konzentrat hat, wobei auch nicht klar ist, ob die erwähnte Massen-Reduzierung (“mass pull”) ein Baukriterium oder ein tatsächliches Testergebnis ist. Die alles entscheidende Frage ist: Warum die Geheimnniskrämerei?

Die Kosten für das Nechalacho-Projekt stehen mit $1,5 Milliarden wie in Stein gemeisselt. Avalons Geschäftsführer, Don Bubar, lamentierte vor kurzem: “Die grösste Herausforderung ist, Kapital zu besorgen. Damit wir die Projektfinanzierung stemmen können, müssen wir Kunden finden, die Abnahmeverträge eingehen.” Jay Currie, der Don Bubar interviewte, erklärt halbherzig: “Teil dieser Herausforderung ist, dass keine der 15 Seltene Erden in solchen Märkten gehandelt wird wie es bei Eisenerz oder Kohle der Fall ist.” Der andere Teil dieser Herausforderung dürfte wohl sein, dass Avalon ein derart beschämendes Konzentrat von niedriger Qualität herstellt, dass kein Wort darüber verloren wird?

Damals im Jahr 2009 half John Kaiser mit seinen Bewertungen über die Strange Lake Lagerstätte von Quest Rare Minerals Ltd. (TSX: QRM), die Aktie auf den Radar von vielen Investoren zu bringen; wie zum Beispiel: “Ein erstaunlicher Gesteinswert von US$304/Tonne für die Gesteinsproben, die Quest im Ausbiss der Strange Lake Lagerstätte entnommen hat.”

Seitdem hat das Unternehmen die Strange Lake Lagerstätte “erfolgreich” als “die grösste HREE-Ressource der Welt” definiert (laut Quest): 4,4 Mio. Tonnen REE-Oxide, wovon 1,6 Mio. Tonnen HREE sind (Heavy Rare Earth Elements sind die seltenste Form von REE-Oxiden). Der Anteil von Strange Lakes HREE an den gesamten REE ist mit 40% eines der höchsten in der ganzen Branche. Die 2013 Vor-Machbarkeitsstudie (“Pre-Feasibility Study”) zeigt “robuste” Kennzahlen der Wirtschaftlichkeit, allen voran einen IRR von 26% und einen NPV von $1,9 Milliarden.

Was ist trotz so “erstaunlichen” Fundamentaldaten geschehen?

Wie viele andere REE-Projekte befindet sich Strange Lake im Norden Kanadas. Damit das Material zum Hafen von Voisey Bay gebracht werden kann, muss Quest eine 170 km lange Strasse bauen. Alsdann ist der Plan, die Lagerstätte zur 2.000 km entfernten Raffinerie nach Becancour entlang der Antlantik-Küste zu verschiffen.

Die gesamte Lagerstätte soll in Container gesteckt und mit LKWs und Schiffen über 2.200 km transportiert werden? Ja, laut dem Unternehmen ist das so und ganz gleich wie seltsam dieses Bestreben erscheinen mag: “Die Vor-Machbarkeitsstudie basiert auf ganzem Erz (“whole ore”), das bei Strange Lake abgebaut, zum Labrador-Hafen transportiert und alsdann verschifft werden soll.” Ernsthaft, Quest plant seine hydrometallurgische Anlage (die alleine die Hälfte der $2,6 Milliarden an Gesamt-Konstruktionskosten verschlingt) nicht mit einem Konzentrat zu speisen, sondern mit ganzem Erz.

Die Spreu vom Weizen trennen

Um in der REE-Branche wirtschaftlich sein zu können, muss man letztendlich das hochgradigste Konzentrat wie möglich produzieren, da man so die Menge an Material reduziert, die alsdann in Säure aufgelöst wird, sodass man weniger Material dahin transportieren muss, wo sich die Säure (Raffinerie) befindet. Typischerweise ist es die Materialmenge, die einer plant mit Säure aufzulösen, die darüber entscheidet, ob ein REE-Projekt wahrlich robust ist. Säure ist teuer und es die Frage nach der Menge an Konzentrat, die mit der Säure in Kontakt gebracht werden soll, auf die sich der Fokus der Investoren richten sollte, wenn es darum geht zu beurteilen, ob eine REE-Lagerstätte abbauwürdig ist.

Traditionellerweise ist es ein 2-stufiger Prozess:

Stufe 1: Reduzierung des tauben Gesteins und Deckgesteins (“waste rock”), d.h. ein Konzentrat vor Ort (an der Mine) zu produzieren. Das Unternehmen, das sein Gestein am meisten reduzieren kann, wird die geringste Materialmenge haben, die alsdann in die nächste Stufe geht.

Stufe 2: Die Auflösungsphase (“solution stage”), d.h. das Konzentrat mit Säure aufzulösen. Hier kommt die teure Säure ins Spiel. Es ist wichtig zu verstehen, dass im Grunde genommen jedes Unternehmen seinen gesamten Erzkörper mit Säure auflösen kann, jedoch ist es die Menge an benötigter Säure, die der Schlüssel zum Erfolg ist.

Commerce Resources Corp. (TSX.V: CCE) veröffentlichte vor kurzem ein signifikantes Update ihrer metallurgischen Arbeiten am Ashram REE-Projekt in Quebec. Die Ergbnisse zeigen einen metallurgischen Durchbruch und es ist wahrscheinlich geworden, dass es zur weltweit besten Metallurgie für ein REE-Entwicklungsprojekt wird. Darren Smith, Projekt-Geologe bei Dahrouge Geological Consulting Ltd., stellte den folgenden Chart zusammen, in dem die Konzentrate von zahlreichen REE-Entwicklungsprojekten weltweit verglichen werden:

Erinnern Sie sich daran, dass Raffinerien ein Konzentrat mit mindestens 30% TREO und einer Gewinnungsrate von mehr als 60% wollen? Bedenken Sie das mal erneut und bemerken Sie, dass nur ein REE-Entwicklungsprojekt mit einem Konzentrat von mehr als 30% existiert!

Mit einem TREO-Gehalt von 44% kann Commerce das hochgradigste Konzentrat aller grossen REE-Entwicklungsprojekte weltweit produzieren. Das ist 3-mal so hoch wie der nächste Konkurrent. Von gleicher Wichtigkeit ist, dass Commerce dazu imstande ist, die Masse der Ashram-Lagerstätte um 97% zu reduzieren, was bedeutet, dass 97% der Lagerstätte taubes Gestein ist und diese Menge vor Ort entfernt werden kann. Letztendlich muss Commerce nur 3% des Erzkörpers in Säure auflösen (anstatt 100% wie Quest). Erste Indizien sind, dass dies mit einem sehr kostengünstigen Prozess erzielt wird.

Avalon erwähnt zwar eine Massen-Reduzierung, jedoch ist unklar, ob es ein tatsächliches Testergebniss oder ein Anlagenkriterium darstellt. Schlussendlich scheint Avalon nur dazu in der Lage zu sein, ein 7-8% Konzentrat herzustellen, sodass noch immer eine erheblicher Menge an taubem Gestein in deren Konzentrat vorkommt, das sie verarbeiten müssten.

Es wichtig zu bemerken, dass Commerce eine  Salzsäure (HCl; Chlorwasserstoff) verwendet, um dieses Konzentrat herzustellen, wodurch eine zusätzliche Massen-Reduktion von 50% erzielt wird neben einer Gewinnungsrate von 100% und einer mehr als Verdoppelung des Gehaltes. Und Commerce schafft dies mit einer relativ geringen Menge an Säure (Stufe 1), was wiederum den Säure-Verbrauch, um die REE in der Raffinerie zu gewinnen (Stufe 2), weiter reduziert. Darüberhinaus kann dies mit einem sehr einfachen Verfahren erzielt werden.

In Hinsicht auf Wirtschaftlichkeit müssen REE-Unternehmen ihr Material, üblicherweise ein Konzentrat, zu einer hydrometallurgischen Verarbeitungsanlage (“Raffinerie”) bringen, um die REE schliesslich zu extrahieren, weil dies typischerweise günstiger ist als die Säure bzw. Raffinerie dorthin zu bringen, wo die Mine ist. Zum Beispiel wenn Quest 1.000.000 Tonnen Gestein zu der >2.000 km entfernten Verarbeitungsanlage transportieren will: wenn Commerce die gleiche Menge bearbeiten würde, so müssten sie nur 30.000 Tonnen an Material zu einer Raffinerie transportieren. Das ist ein grosser Unterschied. Laut der 2012 PEA (Preliminary Economic Assessment) sind die Kapitalausgaben (CAPEX) von Commerces Ashram-Projekt relativ niedrig (weniger als $800 Mio.), wobei dank dem neuesten Metallurgie-Durchbruch die Konstruktions- und Transportkosten erheblich reduziert werden dürften.

Wenn Commerce nun erfolgreich ein derartig formidables Konzentrat herstellen kann, müssten die Anderen nicht auch dazu in der Lage sein? Nein, denn wie wir von John Kaiser gelernt haben ist jede REE-Lagerstätte einzigartig in Hinsicht auf Geologie und Mineralogie. Die REE in der Ashram-Lagerstätte kommen in den vorteilhaftesten REE-tragenden Mineralen vor: nämlich Bastnäsit, Monazit und Xenotim, welche kommerziell verarbeitbar sind! Diese Wirtsminerale (“host minerals”) sind der Grund dafür, warum Commerce dazu in der Lage ist, so überragende Metallurgie-Resultate zu liefern.

Zum Zwecke der abschliessenden Vervollständigung des Gesamtbildes, das ein wenig von Kaiser vorgezeichnet wurde, ob eine REE-Lagerstätte O.K. ist oder eher zum K.O. verdammt ist, bedenken Sie, dass Ashram MHREO einen recht “erstaunlichen” Gesteinswert von $634/Tonne besitzt, während Strange Lake Granite einen Wert von $399/Tonne erzielt. Quest hat eine grössere Tonnage, aber mit einem geringeren Mineralisationsgehalt als Commerce, sodass Quest weniger Tonnen an REE hat. Warum Commerce mit 6 Cents gehandelt wird und Quest mit 50 Cents? Weil der Markt den Sachverhalt (noch) nicht verstanden hat. Betrachten Sie dies als glücklichen Umstand!

 

Darauf aufbauend führten wir jüngst ein kurzes Interview mit Darren Smith von Dahrouge Geological Consulting Ltd. und Projekt-Manager für Commerce Resources Corp. durch, das wie folgt frei ins deutsche übersetzt wurde:

 

Rockstone: Wie bedeutend ist die Pressemitteilung vom 4. Dezember 2013 für Commerce Resources?  

Darren Smith: Sehr. Nach meinem Kenntnisstand ist dies eines der hochgradigsten Mineral-Konzentrate, wenn nicht gar das hochgradigste überhaupt, das für ein Entwicklungsprojekt produziert wurde. Darüberhinaus konnte eine Gewinnungsrate erzielt werden, die sehr vorteilhaft ist. Die meisten RE-Lagerstätten würden zu dieser Phase eine Gewinnungsrate von 60-70% erzielen wollen. Dies ist unser bestes Resultat bis dato in Hinsicht auf TREO-Gehalt mitsamt Gewinnungsrate, und entspricht unserer antizipierten Flowsheet-Route, die nun klar Gestalt annimmt. Der Fokus liegt nun bei der weiteren Verbesserung der Gewinnungsraten, da wir es jetzt nicht mehr als schwierig empfinden, hochgradige Mineral-Konzentrate herzustellen. Darüberhinaus produzieren wir ein Fluorit-Konzentrat ohne zusätzlichen Aufwand bzw. Kosten, da es alles Teil des Prozesses ist, um die RE zu gewinnen. Sollte die Wirtschaftlichkeitsbeurteilung als Nebenprodukt in der Vormachbarkeitsstudie (PFS) positiv ausfallen, so wäre dies eine grossartige Addition zum Cash-Flow, wobei wir weiterhin nicht darauf angewiesen wären, wie auch in der PEA bemerkt wurde (die Wirtschaftlichkeit eines Fluorit-Konzentrates war nicht Bestandteil der PEA).

Typischerweise ist der grösste OPEX-Kostenblock für ein RE-Projekt die mineralische Verarbeitung und die anschliessende Hydrometallurgie-Anlage. Der elementarste Weg, um diese Kosten zu reduzieren (für jedes Projekt), ist ein mineralisches Konzentrat zu produzieren (siehe Illustration unten). Dies reduziert sämtliche Downstream-Kosten auf drastische Weise, und um es einfach zu formulieren: man muss weniger Material verarbeiten, um zum Endprodukt zu kommen. Man kann den Prozess sehr viel einfacher gestalten, da man es Downstream mit weniger unerwünschten Elementen zu tun hat. Daher kann die Wichtigkeit eines mineralischen Konzentrates nicht überbewertet werden. Also im Grunde genommen bevorzugen es alle Unternehmen, zuerst ein mineralisches Konzentrat herzustellen, bevor das Material zur Hydrometullurgie-Anlage versendet wird, wo das Konzentrat in Lösung gebracht wird, um die REE zu extrahieren. Wenn nicht, dann löst man eben das gesamte Erz auf!... was Sie jedoch niemals hören wollen, weil das bedeutet, dass sehr viel ungewolltes Material verarbeitet wird. In Hinsicht auf ein mineralisches Konzentrat wollen Sie die höchstmögliche Gewinnungsrate an REE in der kleinstmöglichen Masse sehen. Dies ist bei fast allen produzierenden REE-Unternehmen der Fall, da diese fast alle ein mineralisches Konzentrat produzieren, bevor es weiterverarbeitet wird. Das typische Basisziel, das ich von Produzenten gehört habe, liegt bei mehr als 30% TREO für mineralische Konzentrate. Lynas, Mountain Pass und viele Lagerstätten in China (nichtionische Ton-Lagerstätten) produzieren mineralische Konzentrate von mindestens 30% TREO. Und wenn Sie sich umschauen, werden Sie erkennen, dass einige dieser Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich produzieren. Es ist das Gleiche, wie wenn man historisch zurückblickt auf zum Beispiel Seifen-Lagerstätten (“placer deposits”), die deswegen abbauwürdig waren, weil sie auf einfachste Weise dazu in der Lage waren, ein mineralisches Konzentrat herzustellen.



Rockstone: Wie vergleicht sich Commerce mit dem Rest der REE-Unternehmen in Hinsicht auf Metallurgie?

Darren Smith: Im Vergleich zu denen sind wir ganz oben bei Lagerstätten, die sich in der Entwicklung befinden, womit unsere Lagerstätte auch ganz oben anzusiedeln ist, wie ich argumentiere. Dies ist auf unsere 3 Haupt-REE-Minerale zurückzuführen, die mit gewöhnlichen Prozessen verarbeitet werden können (Monazit, Bastnäsit und Xenotim). Diese 3 Minerale wurden in der Vergangenheit bereits auch verarbeitet, was bedeutet, dass wir uns auf altbewährte Techniken verlassen können und das Rad nicht neu erfinden müssen. Zudem beinhalten diese 3 Minerale mehr REE in ihrer Struktur als alle anderen REE-Minerale auf der Welt (>60% REO). Somit: Wenn Sie ein mineralisches Konzentrat herstellen können, das nur diese 3 Minerale beinhaltet, so hätte es ein Gehalt von >60% REO. Commerce kann sich also noch weiter verbessern. Die Kehrseite der Medaille ist, dass es das Potential für viele andere REE-Unternehmen begrenzt. Eudialyt kann zum Beispiel nur 7-10% REO in seiner Struktur beinhalten. Also ist 10% REO der beste mineralische Konzentrat-Gehalt, der jemals erzielt werden kann, wenn dies Ihr einziges REE-Mineral ist! Das ist weit von der 30%-Marke entfernt. Für schwere Lagerstätten (“heavy deposits”) ist Xenotim das beste Mineral, das Sie haben können. Ich kenne keinen Geologen, der widersprechen würde, dass es nichts gibt, dass so wichtig ist wie zu vergleichen. Also grundsätzlich ist es so, dass alle REE-Unternehmen es sich wünschen, eine simple und gut-verständliche Mineralogie mit Xenotim zu besitzen. Commerce hat dies und es ist der Grund, warum wir so ein hochgradiges mineralisches Konzentrat herstellen können.

Rockstone: Wie wichtig ist die Mineralogie für diese REE-Lagerstätten, um gen Mine entwickelt zu werden?

Darren Smith: Es ist das Wichtigste (“It is everything.”). Das mit Abstand Schlimmste ist, eine zu kleine Tonnage zu haben, da dann nichts mehr wichtig ist. Ein gewichtiger Grund, warum andere Unternehmen Schwierigkeiten mit der Metallurgie haben ist, dass sie eine Vielzahl von REE-Mineralen haben, die zum Gesamt-Gehalt beitragen. Somit sind sie gezwungen, sie auch alle einzelnd zu extrahieren. Commerce hat nur 3 Haupt-Minerale, wobei allesamt sich sehr ähnlich verarbeiten lassen, sodass sie sich im Grunde genommen wie 1 Mineral verhalten. Andere Unternehmen haben mehr als 10 REE-Minerale, mit denen sie sich auseinandersetzen müssen. Diese Minerale wurden bisher noch nie kommerziell verarbeitet und sie werden auch nicht auf die gleiche Art und Weise verarbeitet. Also kann dies manchmal zu einem echten Alptraum werden, und wenn sie tatsächlich löslich sind, dann benötigen sie einen sehr komplizierten Verarbeitungsprozess und Metallurgie, womit sich die Kosten verschärfen. Wenn Sie kein mineralisches Konzentrat herstellen können, so müssen Sie mehr Material downstream verarbeiten, was nicht nur Ihren OPEX erhöhen wird, sondern auch Ihren CAPEX, da Sie grössere Anlagen und mehr Equipment benötigen, um all das unerwünschte Material zu verarbeiten. Historisch gesehen wurden bisher nur 4 REE-Minerale verarbeitet (Monazit, Bastnästit, Xenotim und Loparit) – also wenn Sie auf der Suche nach einer REE-Lagerstätte sind, so sollten Sie nach einer Ausschau halten, die diese 4 Minerale beinhaltet, da erwartet werden kann, dass deren Metallurgie mit grossem Abstand besser sein wird als diejenigen Lagerstätten mit Mineralen, die in der Vergangenheit noch nie kommerziell verarbeitet wurden.

Rockstone: Wie wichtig ist es, dazu imstande zu sein, ein qualitativ hochwertiges Konzentrat zu produzieren?

Darren Smith: Siehe meine vorherigen Antworten. Es ist von höchster Wichtigkeit, um downstream Kosten zu reduzieren. Es ist die kostengünstigste und effektivste Methode, um zum Endprodukt zu gelangen.

 

DISCLAIMER:

Der Autor hält Aktien von Commerce Resources Corp. und könnte diese jederzeit wieder verkaufen, wobei weder Rockstone Research Ltd. noch der Autor von den hier erwähnten Unternehmen beauftragt oder entschädigt wurde, diesen Inhalt zu produzieren und zu veröffentlichen. Bitte lesen Sie den vollständigen Disclaimer auf www.rockstone-research.com, da dies hier in keinster Weise als “Anlageberatung” zu werten ist.



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Stephan Bogner (Dipl. Kfm.) ist Rohstoff- und Minen-Analyst bei Rockstone Research Ltd., ein unabhängiges Research-Haus, das auf die Analyse und Bewertung von Kapitalmärkten und börsengelisteten Unternehmen spezialisiert ist. Stephan Bogner studierte Wirtschaft mit Spezialisierungen in Finanz- & Asset-Management, Produktion- & Logistik und International Law & Entrepreneurship.

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Kommentare

Doch noch kurz ein Wort zu dem ganzen Unfug, der hier unlängst über Commerce zu lesen war:

Natürlich sieht auch die Konzeption von CCE vor, das REE-haltige Erz stufenweise zu verarbeiten bis zu den Carbonaten. Ist alles dokumentiert. Andersartige Behauptungen sind unseriös.
Der planmässige Ablauf ist also der, dass das neue hochangereicherte Konzentrat mit TREO-Gehalt von 43,6 % in der CCE eigenen Säureröstung umgesetzt wird mit Schwefelsäure und Kalk zum Endprodukt RE-Mischcarbonate, das man dann vermarkten würde.

Zusätzlich zu diesem Verarbeitungsweg ergibt sich mit dem neuen Konzentrat allerdings noch eine weitere neuartige Option für CCE: Wenn die gestreuten Informationen stimmen, dann gäbe es für solche Erzkonzentrate mit mehr als 30 % TREO-Gehalt offenbar potentiell interessierte Abnehmer in Gestalt von heute schon existierenden REE Raffinerien. Ich formuliere das bewusst extrem zurückhaltend...
Und wohl gemerkt, solche Raffinerien haben keinen Bedarf an RE Carbonaten für ihre Prozesse, sondern an hochangereichertem REE-Erzkonzentrat. CCE könnte das Erzkonzentrat dann also selber zu Carbonat verarbeiten oder es verkaufen oder auch beide Wege parallel verfolgen. Entscheidung sicher nach kommerziellen und strategischen Gesichtspunkten.

Und noch eine Bemerkung zu RE Carbonaten allgemein:
Ein Hauptkritikpunkt an den Plänen so gut wie aller REE Juniors ist die Tatsache, dass sie alle als Endprodukt die Carbonate anstreben, für die es bislang aber überhaupt noch keinen etablierten Markt gibt. Es fehlen schlicht die Abnehmer ausserhalb Chinas, wenn man von kleineren Einheiten in Korea und Japan einmal absieht. Nicht umsonst haben Molycorp und Lynas die vertiefte Wertschöpfung in ihre eigenen Konzepte integriert. Auch Avalon plant immer noch ähnliches.
Ist vielleicht auch ein Henne-Ei-Problem. Es gibt bislang kaum RE Carbonate am Markt, also gibt es auch keine Verarbeiter. Und umgekehrt.

Insofern kann es zum Alleinstellungsmerkmal für CCE werden, wenn sie neben der noch ungeklärten Absatzschiene Carbonat auch die Option Erzkonzentrat verfolgen können. Die Zahl potentieller Lieferanten für solches hochangereichertes REE-Erzkonzentrat ausserhalb Chinas dürfte jedenfalls extrem überschaubar sein.
Quest Rare Metals haben übrigens vor einer Woche bekannt gegeben, dass sie einige gravierende Veränderungen an ihrem bisherigen Konzept vornehmen und ausarbeiten wollen. Damit ist die PFS vom Oktober '13 schon wieder Makulatur.

Die Operation soll jetzt kleiner konzipiert werden, um Capex zu senken. Das Erz soll nun auf einmal doch vor Ort an der Mine zu Konzentrat angereichert werden. Was die Schliessung in den Wintermonaten wohl hinfällig werden lässt. Es sei denn, sie wollen alles Gerät 100 % überdimensioniert anschaffen, um die Jahresleistung in 6 Monaten dort abwickeln zu können. Dazu noch einige Änderungen am Prozess, die man in Erwägung zieht und prüfen will.

Es ist ja sicher nie zu spät. Aber man fragt sich schon, was sie bis letzten Oktober bewogen hatte, stur mit den alten Parametern auf die PFS zuzuhalten...
Im Quest Thread hier bei w:o ist diese Nachricht nicht zu finden. Der ist seit 1.11. verwaist.
Zitat von saland An dieser Stelle möchte ich folgende Frage stellen: ...
Ohne Produktionszahlen und daraus zu erwartende Erlöse ist ein Vergleich zwischen Commerce Resources und anderen Explorern nicht möglich.

Dann habe ich an dieser Stelle auch eine Frage bitte:
Wo um alles in der Welt stammen diese Angaben zu Commerce Ashram her? Die sind zu 80 % schlicht falsch!

Die wesentlichen Grundinformationen zu Ashram kann man finden in den Pressemitteilungen zur PEA, Mai 2012 und jüngst zum letzten Stand der Metallurgie, Anfang Dez. 2013. Da muss man nicht mal die ganze PEA selber studieren. Die jeweils aktuellen Eckdaten zum Vorkommen stehen auch auf Techmetalsresearch.com zur Verfügung, wenn man eine unabhängige Quelle bevorzugt.

Ohne seriös recherchierte Daten sind Vergleiche welcher Art auch immer in der Tat mehr als fragwürdig.
Das bringt wirklich nichts.
Genau so ist es, gebe ich dir vollkommen Recht. Vor allem genauer darlegen, dass müssen sie wohl noch alle in der Branche. Bei allem was zur Zeit aus der Erde geholt wird, einschließlich den Edelmetallen, müssen wir noch eine menge Geduld haben. Es ist, zu viel geliehenes Geld an der Börse, da geht man lieber in Standartwerte. Ein Wahnsinn, was manche seit ihrem Hoch an Wert verloren haben, als wenn es keine Zukunft mehr gäbe...
iam, ihr habt doch hauptsächlich euer Hausforum seit Juni 2009.
Das nimmt euch doch keiner weg.

Ich finde es auch nicht so toll, dass diese Diskussion hier unter ‚Avalon‘ eingerichtet wurde. Der Grund dafür bleibt wohl das Geheimnis von w:o. Es ging in dem Artikel zum Start schwerpunktmässig ja neben Avalon auch noch um Quest und Commerce und ansonsten generell um die SE-Juniorbranche. Also finde ich die Diskussion von ihrer Anlage her sehr nützlich. Der Ort ist suboptimal. Da stimme ich zu.

Was Avalon im Speziellen betrifft, da denke ich, dass ihr wohl erstmal auf die überarbeitete nächste Ausgabe der FS warten müsst. Metallurgie kassiert, neue Variante avisiert mit höheren Capex und Opex. Das wird man wohl erstmal genauer darlegen müssen.

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