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Stabil trotz Crash! DAX & Co im Crashmodus - diese Aktie steigt!

Gastautor: Volker Glaser
10.01.2016, 10:53  |  695   |   |   

Der Hersteller von elektromechanischen Antrieben, Gasfedern und Dämpfern berichtete starke Zahlen für das Wirtschaftsjahr 2014/2015 per Ende September. „Unser Geschäftsjahr war sehr erfolgreich. Wir sind in allen Regionen gewachsen und konnten zudem in jedem unserer Segmente Zuwächse erzielen. Wir sind insgesamt zufrieden mit dem Geschäftsverlauf“, sagt Vorstandschef Dietmar Siemssen im Hintergrundgespräch. Regional ist China hervorzuheben. Dort lag das Umsatzplus bei 29 %. „Wir sind in China sehr gut unterwegs und der Trend nach SUVs ist ungebrochen stark. Wir profitieren von diesem Trend. Eine Abschwächung des Geschäfts in dieser Region können wir derzeit nicht erkennen.“ Richtig ist, dass der Markt in China bei manchen Karosserieformen wie Fahrzeugen mit Stufenheck durchaus schwächer war. Für Fahrzeuge wie SUVs und Schräghecklimousinen trifft dies jedoch nicht zu. In Nordamerika lag das Umsatzplus bereinigt um Währungseffekte bei 11 %. In Japan und Korea erzielte Stabilus ebenfalls zweistellige Wachstumsraten. Und das Geschäft in Europa entwickelt sich auf Rekordlevel. Einzig und allein der brasilianische Markt ist für Stabilus negativ. Dort lag das Umsatzminus bei rund 18 %.

Stabilus erzielt rund 70 % des Umsatzes mit der Automobilindustrie. Stärkster Wachstumstreiber im Automotive-Bereich bleibt das Powerise-System, das zum automatischen Öffnen und Schließen von Heckklappen eingesetzt wird. Die elektrischen Antriebe sind im vergangenen Wirtschaftsjahr um über 60 % gewachsen.  Aber auch außerhalb der Autoindustrie ist der CEO mit zahlreichen Projekten auf einem guten Wege. Beispielsweise hat das Unternehmen den Turnaround im Bereich  Drehstuhl erreicht. Stabilus bietet Gasfedern für die Höhenverstellung von Drehstühlen an. Für sehr spannend hält Siemssen Dämpfer für Module bei Solarparks. „Die Nachfrage nach Dämpfern aus der Solarindustrie ist in Nordamerika sehr hoch. Mit unseren Dämpfern werden die Module robuster gegen Umwelteinflüsse“. Die Nachfrage aus der Luftfahrt und der Bahnindustrie ist ebenfalls gut. Etwas schwächer hingegen die Nachfrage aus Landwirtschaft und Baumaschinen.

Der Umsatz des vergangenen Jahres ist nach vorläufigen Zahlen um über 20 % auf 611 Mio. Euro gewachsen. Das bereinigte EBITDA lag bei 107.3 Mio. Euro und das bereinigte EBIT bei über 76 Mio. Euro. Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 12.5 %. Insgesamt hat Stabilus das EBIT um 20.5 Mio. Euro bereinigt. Darin enthalten sind vor allem PPA-Abschreibungen im Volumen von 12.7 Mio. Euro. Zudem entfallen mehr als 5 Mio. Euro auf Restrukturierungsmaßnahmen. Der berichtete Nettogewinn wird für das Jahr 2014/2015 noch nicht sehr gut aussehen.

Für das neue Wirtschaftsjahr ist Siemssen zuversichtlich, den Wachstumskurs weiter fortzusetzen. „Den Trend zum vermehrten Einsatz von Gasfedern, Dämpfern und elektromechanischen Antrieben in einer Vielzahl von Industrien sehen wir ungebrochen“. Stabilus erwartet im Jahr 2015/2016 einem Umsatz von rund 660 Mio. Euro und eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 12 und 13 %. Wir trauen dem Unternehmen durchaus zu, dass die Umsatzerwartung übertroffen wird. Eine Steigerung der Margen sieht der Firmenchef derzeit nicht. „Solange wir ca. 70 % des Umsatzes mit der Autobranche machen, sehe ich wenig Spielraum für höhere Margen. Die Profitabilität hat an dieser Stelle Grenzen. Ich darf aber betonen, dass unsere Marge sehr gut ist und wir uns damit in der Branche nicht verstecken müssen“, sagt der CEO. Wachstumstreiber ist weiterhin  der Markt für elektrische Antriebe. Für die Industrie entwickelt die Firma laufend neue Applikationen, die in der Summe zum Wachstum beitragen. Investieren will Stabilus im kommenden Geschäftsjahr ca. 50 Mio. Euro. „Wir streben auch weiterhin ein organisches Wachstum von 6 bis 8 % an. Das erfordert entsprechende Investitionen. Vor allem für die Erweiterung der Kapazitäten. In der Summe erwarten wir auch in diesem Jahr einen deutlich positiven Free Cashflow.“ Richtig positiv wird auch der Nettogewinn in diesem Wirtschaftsjahr ausfallen. Das Unternehmen hat die Finanzierungsseite neu aufgestellt. Im Juni 2015 wurde eine Anleihe mit einem Zinssatz von 7.75 % per Ende Juni 2016 abgelöst. Der Zinssatz war natürlich deutlich zu hoch. Insgesamt wird sich die Zinsbelastung im Vergleich zur vorherigen Struktur um rund 13 Mio. Euro pro Jahr vermindern. Schon in diesem Jahr werden sich die geringeren Zinskosten deutlich positiv auf das Ergebnis auswirken. Nach unseren Berechnungen dürfte Stabilus im Jahr 2015/2016 rund 45 Mio. Euro netto verdienen oder mehr als 2.10 Euro je Aktie.

Siemssen will indes nicht nur organisch wachsen, sondern auch über Zukäufe. „Wir können uns gut vorstellen, unser organisches Wachstum durch den einen oder anderen Zukauf zu verstärken.“ Hinsichtlich Größe oder Region einer Übernahme ist Stabilus offen.

Der über 4 000 Mann starke Betrieb ist bestens unterwegs und erzielt ein recht solides Wachstum bei guter Profitabilität. Stabilus ist übrigens ein sehr gutes Beispiel, wie ein guter Börsengang auszusehen hat. Zeichner des Papiers aus dem IPO im Jahr 2014 sind alle glücklich. Der Ausgabepreis lag bei 21.50 Euro. Aktuell handeln die Anteilsscheine bei 38 Euro. Das Schöne: der Kursanstieg wurde durch starke Zahlen und einem guten Ausblick unterlegt. Mit einem KGV von 16 ist die Aktie zwar nicht ein Schnäppchen, aber Qualität hat eben ihren Preis. Wir raten im Bereich von 36 bis 37 Euro zum Kauf der Aktie.

www.vorstandswoche.de


 

Wertpapier: Stabilus


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Volker Glaser wurde 1976 in Reutlingen geboren. Der Chefredakteur der Vorstandswoche blickt auf eine mehr als 19jährige Börsenerfahrung als Journalist und Investor zurück.

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