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Crowdfunding - Venture Debt "Wir bieten ein rundes Renditepaket" - Fester Zins, kurze Laufzeit und Venture Kicker

25.02.2016, 09:00  |  2837   |   |   

Seit 2011 bringt Seedmatch Startups und Investoren mit dem Mittel des Crowdfunding zusammen. Diese Finanzierungs- und Investmentform hat seitdem enorm an Bedeutung gewonnen, betont Geschäftsführer Jens-Uwe Sauer. Mit dem Vehikel Venture Debt will Seedmatch nun eine weitere Lücke am Markt schließen. Lesen Sie im Interview, was sich hinter der neuen Finanzierungsmöglichkeit versteckt und welche Vorteile sich für Investoren und Startups bieten. 

Herr Sauer, mit Seedmatch bieten Sie Crowdfunding für Startups an. Wie hat sich diese Form der Investments in den letzten Jahren entwickelt?

Jens-Uwe Sauer: Noch vor fünf Jahren war das Finanzierungsumfeld für Startups durch den Kollaps von Lehman Brothrers und die daran anschließende Finanzkrise extrem schlecht. Hier hat sich in den letzten Jahren enorm viel getan – es gibt mittlerweile unheimlich viele Programme zur Förderung und Finanzierung von Startups. Das ist eine tolle Entwicklung. Und auch Crowdfunding als Finanzierungs- und Investmentform hat enorm an Bedeutung zugenommen. Das freut uns natürlich sehr, denn mit diesem Ziel sind wir 2011 als Pionier an den Markt gegangen. Hinzugekommen ist letztes Jahr das Kleinanlegerschutzgesetz, mit dem die Regierung eine Regulierung im Crowdfunding geschaffen hat. Alles in allem eine gute Entwicklung, die zeigt, wie weit sich diese Finanzierungsform bereits entwickelt hat.


Nun bieten Sie Investoren wie Startups eine neue Möglichkeit, zusammenzufinden. Was hat es mit „Venture Debt“ auf sich?

Sauer: So wie einst zu unserem Start, erleben wir auch jetzt eine Lücke im Markt: Unternehmen, die bereits erste erfolgreiche Schritte gehen und Fahrt aufnehmen müssen, brauchen weiteres Wachstumskapital. Auf der anderen Seite haben wir viele Investoren, die ihr Portfolio gerne bei uns erweitern möchten. Mit dem neuen Investment-Angebot „Venture Debt“ können Investoren bei Seedmatch direkt in junge Wachstumsunternehmen investieren, die seit mehreren Jahren signifikante Umsätze erzielen und eine klare Wachstumsstrategie verfolgen. Damit entwickeln wir das bisherige Angebot von Seedmatch konsequent weiter. Investoren haben mit Venture Debt jetzt die Möglichkeit, von einem höheren Reifegrad der Unternehmen und einem neuen Rendite-Modell langfristig zu profitieren.


Wie genau setzt sich die Rendite-Erwartung für die Investoren zusammen und was ist am jetzigen Modell neu?

Sauer: Venture Debt bietet Seedmatch-Investoren die Chance, ihr Kapital zu einem festen Zins anzulegen und zusätzlich vom wirtschaftlichen Erfolg junger Wachstumsunternehmen zu profitieren: Bei Venture Debt gewähren die Investoren Darlehen ab 250 Euro mit einer tagesgenau berechneten Festverzinsung von 8 % p. a. – und das über eine Laufzeit von 4 bis 5 Jahren bei halbjährlicher Zinsausschüttung.

Zusätzlich ergibt sich durch den sogenannten „Venture Kicker“ als einmaligen und endfälligen Bonuszins eine weitere Renditechance – je mehr Umsatz das Unternehmen bis zum Ende der Laufzeit erwirtschaftet, desto mehr Rendite bedeutet das für die Investoren. Dieser dynamische Bonus unterscheidet Venture Debt bei Seedmatch von anderen Investment-Angeboten dieser Art.

Im aktuellen Fall gibt es außerdem noch einen Bonus für alle Frühentschlossenen:  Investments bis 3. März werden mit einem Early-Investor-Bonus vergütet. Diese erhöht den Festzinssatz über die gesamte Laufzeit. Durch die Berechnung der Zinsen ab dem Tag des Investments ergibt sich ein weiterer Vorteil. Wer also frühzeitig investiert, profitiert so von einer höheren Gesamtrendite. Wir denken, dass wir damit ein sehr rundes Renditepaket anbieten können.


Welche Unternehmen wollen Sie Investoren künftig präsentieren?

Sauer: Seit dem Start von Seedmatch wurde eine Vielzahl junger Startups in unterschiedlichen (meist) frühen Unternehmensphasen erfolgreich finanziert. Was dabei bisher fehlte, war eine Finanzierungsmöglichkeit, die den Bedürfnissen junger Wachstumsunternehmen entspricht. Diese Unternehmen haben dank etablierter und nachhaltiger Geschäftsmodelle oft bereits nach wenigen Jahren den „Proof of Concept“ erbracht und den Break-even erreicht, oder stehen kurz davor. Sie benötigen besondere Hebel, um ihr Wachstum weiter zu forcieren. Auch diese Unternehmen wollen wir unserer Crowd künftig präsentieren.


Wie genau sieht das Chancen-Risiko Verhältnis aus? Equity-based Crowdfunding ist ja bekannt für hohes Risiko und entsprechend hohe Renditemöglichkeiten?

Sauer: Natürlich besteht auch beim Venture Debt das Risiko eines Totalausfalls. Aber viele Startup-immanente Risiken sind bei den Venture Debt-Cases deutlich reduziert. Die Unternehmen können in der Regel andere Umsatzgrößen präsentieren als die Startups, die bisher bei Seedmatch finanziert werden. Auch den Proof-of-Concept haben diese Unternehmen oftmals bereits erbracht – oder stehen kurz davor. Wir wollten das Risiko aber natürlich auch in der Renditeerwartung widerspiegeln. Durch den Venture Kicker haben die Investoren die Möglichkeit, über den Festzins von 8 % p. a. hinaus eine höhere Gesamtrendite zu erzielen, als bei anderen Modellen am Markt. Letztendlich muss aber natürlich jeder Investor für sich abwägen, inwiefern ein Investment für ihn interessant ist.


Warum glauben Sie, ist jetzt der richtige Moment für diesen Schritt?

Sauer: Die Zeiten für Geldanlagen sind derzeit so unruhig und unattraktiv, wie nie. Das Zinsumfeld bei Festgeld und ähnlichen Anlageformen ist auf einem Dauertief. Die Möglichkeiten für die Anleger sind dadurch sehr überschaubar geworden.

Seedmatch-Investoren wiederum konnten das Risiko in ihrem Seedmatch-Portfolio bisher nur über verschiedene Projekte und Branchen, nicht aber über unterschiedliche Unternehmensphasen hinweg streuen. Das haben wir mit Venture Debt nun geändert. Besonders die tagesgenaue Berechnung und die halbjährliche Zinsauszahlung ist etwas, das es bei den bisherigen Seed Investments nicht gab. Und dennoch muss der Investor durch den dynamischen Venture Kicker nicht auf die Partizipation am Unternehmenserfolg verzichten. Das neue Angebot orientiert sich an den Bedürfnissen des Marktes – wir freuen uns, wenn die Crowd das neue Angebot annimmt.


Mit welchem ersten Projekt starten Sie die neue Investment-Möglichkeit? Was genau erwartet den Anleger?

Sauer: Als erstes Projekt startet am 25. Februar 2016 das Hamburger Mode-Startup heypaula. Das Unternehmen wurde vor vier Jahren gegründet und versteht sich selbst als Vertriebs-Spezialist für Premium-Mode: Das Startup bietet Premium-Marken und Online-Shops gleichermaßen einen Service, indem es Marken, die sonst gar nicht bei den großen Online-Shoppinghäusern wie Zalando, Amazon oder Otto vertreten wären, auf genau diese Plattformen bringt – für alle Seiten eine Win-Situation.

heypaula bedient eine attraktive Lücke im E-Commerce und konnte im letzten Jahr mit einem Portfolio von mehr als 10 Marken bereits einen Umsatz von 2,6 Millionen Euro generieren. Den Investoren bietet heypaula neben der Festverzinsung von 8 % p. a. einen umsatzabhängigen Venture Kicker von bis zu 30 % auf die Investmentsumme.

Zudem werden schnellentschlossene Investoren mit einem Early-Bird-Bonus von einem zusätzlichen Prozent über die gesamte Laufzeit belohnt: Wer in den ersten sieben Tagen investiert, bekommt sein Kapital also zu 9 % p. a. verzinst.



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