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Lohnangleichung adé Bis ins nächste Jahrhundert? Löhne im Osten bleiben weit hinter dem Westen zurück

21.04.2016, 11:17  |  3024   |   |   

Fast 30 Jahre liegt die Wiedervereinigung zurück. Doch von einer Angleichung der Löhne in Ost und West kann noch lange keine Rede sein. Und das wird auch noch eine ganze Weile andauern.

Eine Angleichung der ostdeutschen Löhne an das Durchschnittsniveau im Westen wird noch Jahrzehnte dauern. Zu diesem Ergebnis kommen neue Forschungen des ifo Institutes. „Seit der Jahrtausendwende liegt der Abstand in den Bruttolöhnen und -gehältern bei durchschnittlich 5,30 Euro pro Stunde. Wir beobachten ein relatives Aufholen von nur 1,7 Prozent im Jahr. Bei diesem Tempo würde es noch fast bis zum Jahr 2070 dauern, ehe der Lohnabstand auf unter 10 Prozent sinkt“, sagen Jan Kluge und Michael Weber vom ifo Dresden.

Zurückzuführen seien die Unterschiede auf ein ganzes Bündel von Faktoren. „Zu rund elf Prozent ist dafür die kleinere Betriebsgröße im Osten verantwortlich“, erklären Kluge und Weber. Zu je rund fünf Prozent seien es das niedrigere örtliche Preisniveau, eine niedrigere Produktivität in den Betrieben und die geringere Tarifbindung. Aber auch die Struktur der Wirtschaftssektoren und die Siedlungsstruktur seien im Osten ungünstiger. Zwar sei auch die Frauen-Erwerbsquote im Osten höher als im Westen. Doch wirke sich dies - aufgrund der niedrigeren Entlohnung von Frauen - zugleich negativ auf den Durchschnittslohn aus.

Das erklärt nur einen Teil der Geschichte: Rund die Hälfte der Unterschiede seien auf Faktoren zurückzuführen, die in der Studie nicht hinreichend berücksichtigt werden konnten. Dazu zählen laut ifo-Dresden: die Erwerbsbiographie, das Betriebsalter und die Management-Strukturen sowie unterschiedliche Entlohnungsschemata.



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