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Marktkommentar: Manuel Rybach, Christine Schmid (Credit Suisse): Schweiz: Was braucht es, um ein führendes Finanzzentrum zu bleiben?
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Marktkommentar Manuel Rybach, Christine Schmid (Credit Suisse): Schweiz: Was braucht es, um ein führendes Finanzzentrum zu bleiben?

Nachrichtenquelle: Asset Standard
13.07.2016, 11:51  |  673   |   |   

Die Finanzdienstleistungsbranche steht weltweit inmitten erheblicher Veränderungen, und der Wettbewerb zwischen internationalen Finanzzentren hat sich in den letzten Jahren intensiviert. Um die Konkurrenzfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes zu erhalten oder gar zu verbessern, sind Anstrengungen von den Banken wie auch der Politik gefordert. Wie bereits 2012 und 2014 präsentiert die Credit Suisse eine Studie zum Schweizer Finanzplatz.

Urs Rohner, Präsident des Verwaltungsrates der Credit Suisse Group AG hat die Publikationsreihe initiiert, mit dem Ziel Denkanstösse zu liefern, die zur langfristigen Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit unseres Finanzplatzes beitragen: «Alle relevanten Interessensgruppen, die Banken selbst aber auch die politischen Entscheidungsträger und die Aufsichtsbehörden, sind gefordert, ihren Beitrag zu leisten. Wir stellen daher konkrete Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Akteure vor und werden diese auch weiterhin aktualisieren.»

Fokus auf den Einfluss negativer Zinsen

Die in den Vorjahren identifizierten Trends haben sich bestätigt und teilweise gar akzentuiert. Dies gilt insbesondere für das makroökonomische Umfeld, weshalb Tief- bzw. Negativzinsen und ihre Auswirkungen vertieft betrachtet werden. Ein besonderes Augenmerk im Zusammenhang mit der Negativzinspolitik gilt dem Immobilienmarkt und Reduktionen bei Pensionskassenleistungen.

Schweizer «Too Big to Fail»-Regelwerk international führend

Die regulatorischen Standards für Banken wurden weltweit deutlich verschärft. Das Schweizer «Too Big to Fail»-Regelwerk ist international führend - dies gilt für die Schweizer Anforderungen sowohl im risikogewichteten Bereich als auch in Bezug auf den Vergleich zur Bilanzgrösse. Aufgrund des zusätzlich nötigen Abwicklungskapitals wird ein Bail-out durch die Steuerzahler daher noch unwahrscheinlicher. Zudem haben sich die Grossbankbilanzen deutlich verkleinert. Auch im Bereich des automatischen Informationsaustauschs implementiert die Schweiz die neuen Regeln zügig und umfassend, während hinsichtlich der Modernisierung der Finanzmarktregulierung die letzte Etappe noch ansteht.

Folgerichtig ist die Gründung einer eigenständigen Schweizer Rechtseinheit - inklusive der systemrelevanten Funktionen -bei beiden Grossbanken in Umsetzung. Für die Credit Suisse ist der Schweizer Heimmarkt von zentraler Bedeutung, wie Thomas Gottstein, CEO Swiss Universal Bank der Credit Suisse, bekräftigt: "Die durch die Studie aufgezeigten Trends bestätigen unsere Strategie. Wir möchten eine sichere, gut kapitalisierte Bank mit klarem Schweizer Fokus sein, die aber dennoch global vernetzt bleibt. Das ist von zentraler Bedeutung, um die Schweizer Wirtschaft, Firmen und Unternehmer erfolgreich zu beraten; wir wollen eine «Bank für Unternehmer» sein.»

Positionierung in Bezug auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit zentral

In einem von äusserst niedrigen Zinsen und verschärfter Regulierung geprägten Umfeld gilt es für die Schweizer Banken, neue Geschäftsfelder zu suchen. Insbesondere die weiter voran schreitende Digitalisierung eröffnet Möglichkeiten. Die Digitalisierung im Finanzwesen wird das Bankgeschäft verändern: vom Zahlungsverkehr über digitale Handels- und Beratungsplattformen bis hin zu virtuellen Währungen und der Anwendung im Compliance-Bereich (RegTech). Zu erwarten sind eine Rationalisierung der Prozesse im Bankensektor sowie eine Konsolidierung bzw. Veränderung der Vertriebswege. Auch wird sich die Kunden-Bank-Beziehung durch die Stärkung der Position des Kunden nachhaltig verändern. Es bedarf fortgesetzter konzertierter Anstrengungen, um die Schweiz im Bereich der Digitalisierung international verstärkt auf die Landkarte zu bringen, denn noch sind die FinTech-Initiativen hierzulande vergleichsweise fragmentiert. FinTech-Förderprogramme wie DigitalZurich2025 versuchen, Herausforderungen wie etwa den Mangel an Risikokapital gezielt zu adressieren. Der unlängst gegründeten Verband Swiss FinTech Innovations kann wichtige Initiativen bündeln und den Austausch zwischen Finanzwirtschaft und Finanztechnologie, Wissenschaft, Dienstleistern und Behörden vorantreiben.

Ein weiteres, zunehmend wichtiger werdendes Thema, die Nachhaltigkeit und die daraus resultierenden Geschäftsmöglichkeiten im Finanzbereich, wird in der aktuellen Studie zum ersten Mal vertieft analysiert. Die Schweiz ist gut aufgestellt, um von den entsprechenden Trends zu profitieren und sollte diese nutzen, um ihre international anerkannte Stellung in der nachhaltigen Finanzwirtschaft weiter zu stärken. Im Unterschied zu anderen Finanzplätzen kommt in der Schweiz den Privatanlegern im Bereich Nachhaltigkeit eine vergleichsweise grosse Bedeutung zu. Die Erhöhung des Anteils institutioneller Anleger stellt denn auch eine bedeutende Wachstumsmöglichkeit dar. Die Schweiz kann dabei auf besondere Stärken, namentlich auf dem Gebiet der Mikrofinanz und in anderen Bereichen des sogenannten Impact Investing, aufbauen. Mit Swiss Sustainable Finance steht nun auch in diesem Bereich eine entsprechende Plattform zur Verfügung.

Nach einem kurzen Blick auf ausgewählte internationale Finanzzentren runden konkrete Handlungsempfehlungen, gegliedert nach Empfehlungen an Regierung, Parlament und Aufsichtsbehörden einerseits sowie Banken und Wirtschaft andererseits, die Publikation ab: ein konstruktiver Umgang mit dem Tiefzinsumfeld, Sicherstellung und Verbesserung des Marktzugangs im Ausland, eine erfolgreiche Bewältigung der Digitalisierung, eine stärkere Verankerung der Nachhaltigkeit in der Geschäftstätigkeit, eine pragmatische Regulierung sowie eine weitere Erhöhung der allgemeinen Standortattraktivität sind die zentralen zukünftigen Erfolgsfaktoren für den Finanzplatz Schweiz.

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