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Börse Stuttgart-News bonds weekly

Gastautor: Börse Stuttgart
23.09.2016, 15:29  |  584   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Anleihenmarktbericht der Börse Stuttgart

FED LÄSST ZINSEN UNVERÄNDERT

US-Zinsentscheid beflügelt die Börsen

Wie von den Marktteilnehmern erwartet, beließ die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch den Leitzins in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,50 Prozent. Zuletzt eher enttäuschende Konjunkturdaten und die bevorstehende Präsidentschaftswahl in den USA wurden als Gründe dafür genannt. Gleichwohl teilte die Fed mit, die Argumente für eine weitere Leitzinserhöhung hätten sich “verstärkt”. Die kurzfristigen Risiken für den Wirtschaftsausblick seien “ziemlich ausgewogen”.

Klare Hinweise auf den genauen Zeitpunkt einer möglichen Zinsanhebung gaben die Währungshüter nicht. Anleger scheinen sich aber bereits auf den Dezember als möglichen Termin einzustellen. Die neuen Leitzinsprognosen der Fed legen allerdings auch nahe, dass die Notenbank die geldpolitischen Zügel insgesamt womöglich deutlich langsamer als bislang vorgesehen straffen könnte.

Der Dax setzte seinen Aufwärtstrend der letzten Tage fort und kletterte am Donnerstag zwischenzeitlich über 10.700 Punkte. Auch der Euro legte nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank zu und stieg am Donnerstag auf 1,1250 Dollar.

Am Mittwoch sorgte bereits die Entscheidung der Bank of Japan, künftig eine «quantitative und qualitative monetäre Lockerung mit Kontrolle der Zinskurve» verfolgen zu wollen, für Auftrieb an den Finanzmärten. Im Kern will die Bank die Geldbasis weiter durch Anleihekäufe ausdehnen, um so das Zinsniveau zu drücken und niedrig zu halten.

Bundesanleihen

Deutsche Staatsanleihen verzeichneten am Donnerstag einen deutlichen Kursanstieg. Zehnjährige Bunds rentierten entsprechend niedriger, bei minus 0,05 Prozent. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg auf über 165 Zähler.

US-Treasuries rentierten nach dem US-Zinsentscheid niedriger, bei 1,64 Prozent.

Anlegertrends

Neue Anleihe von Novomatic stark nachgefragt

Äußerst reges Interesse zeigten Anleger an der neuen Anleihe (WKN: A186FM) der österreichischen Novomatic AG. In den ersten Handelstagen wurden mehr als 3 Millionen Euro an der Börse Stuttgart umgesetzt. Der 500 Millionen Euro schwere Bond wird mit 1,625 Prozent p.a. verzinst und kann zu einer Mindeststückelung von 500 Euro nominal gehandelt werden. Die Ratingagentur Standard & Poor’s bewertet die im September 2023 fällige Anleihe mit BBB.

Hinter Novomatic verbirgt sich nach eigenen Angaben einer der größten Gaming-Technologiekonzerne der Welt - als Produzent und Betreiber. Die vom Industriellen Professor Johann F. Graf im Jahr 1980 gegründete Unternehmensgruppe verfügt über Standorte in 50 Ländern und beschäftigt mehr als 24.000 Mitarbeiter. Der Konzern betreibt selbst in mehr als 1.600 eigenen elektronischen Automatencasinos und Spielbanken sowie über Vermietungsmodelle insgesamt mehr als 235.000 Gaming-Terminals und Video-Lottery-Terminals (VLTs). In Deutschland ist der Konzern über die Tochter Löwen Entertainment aktiv, die 2003 übernommen wurde. Laut Unternehmenshomepage setzte Novomatic im ersten Halbjahr 2016 1,09 Milliarden Euro um bei einem EBITDA von 287 Millionen Euro und einem Periodenüberschuss von 79,6 Millionen Euro.

Am Kapitalmarkt sind die Österreicher bereits seit Langem vertreten. Neben der aktuellen Anleihe hat das Unternehmen derzeit noch drei weitere Anleihen laufen (2010/2017, 2013/2019, 2014/2021). Die neue Anleihe ist am Markt auf großes Interesse gestoßen, was sich in einer mehr als sechsfachen Überzeichnung des Orderbuchs zeigte. Die erste Benchmark-Anleihe von NOVOMATIC sei zugleich auch die erste Benchmark-Anleihe eines österreichischen Unternehmens im Jahr 2016 gewesen. Sie wurde aus dem vor kurzem gebilligten 2 Milliarden Euro-Emissionsprogramm der NOVOMATIC AG begeben.

14-Milliarden-Dollar-Klage bring Anleihen der Deutschen Bank unter Druck

Wegen dubioser Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise fordert die US-Regierung von der Deutschen Bank 14 Milliarden Dollar. Wenn es auch üblich ist, mit einer überhöhten Forderung in Verhandlungen zu gehen, sind die angesetzten 14 Milliarden Dollar dennoch eine Größe, mit der die Bank so nicht gerechnet hat und die Rückstellungen des Instituts für ausstehende Rechtsstreitigkeiten um mehr als das Doppelte übertrifft. Während die Deutsche Bank selbst zu Besonnenheit mahnt - die Verhandlungen über einen Vergleich mit dem US-Justizministerium stünden erst ganz am Anfang - zeigten sich Anleger extrem verunsichert.

Die Anleihen der Deutschen Bank sind in der Handelswoche unter Druck geraten. Die mit einem Kupon von 8,0 Prozent ausgestattete Tieranleihe (WKN: A0TU30) des Unternehmens verzeichnete Umsätze von mehr als 12 Millionen Euro. Der eine Milliarde Euro schwere Bond kann ab dem 15.05.2018 jährlich vom Emittenten zu 100 Prozent gekündigt werden. Die kleinste handelbare Einheit liegt bei 1.000 Euro nominal. Aktuell notiert das Papier bei 101,30 Prozent.

Auch die am 17.02.2025 endfällige nachrangige Anleihe der Deutschen Bank (WKN: DB7XJJ) fiel mit hohen Handelsumsätzen auf. Die mit einem Kupon von 2,75 Prozent ausgestattete Anleihe wird von Standard & Poor’s mit BB+ bewertet und notiert aktuell bei 89,53 Prozent.

O2 Telefónica Deutschland kündigt neue Tarife an

Reger Handel konnte auch in der bis Februar 2021 laufenden Anleihe der O2 Telefónica Deutschland Finanzierungs GmbH (WKN: A1YC3P) festgestellt werden. Der mit einem Kupon von 2,375 Prozent ausgestattete Bond kann zu einer Mindeststückelung von 1.000 Euro nominal gehandelt werden.

In den vergangenen Tagen gab Telefónica Deutschland die Einführung eines neuen O2 Smartphone Tarifportfolios “O2 Free” für den 5. Oktober 2016 bekannt. Das neue Angebot zielt auf das Premium-Kundensegment. Alle Tarife beinhalten die Nutzung von 4G LTE bei Maximalgeschwindigkeit bis zum vertraglich vereinbarten Datenvolumen, sowie eine 3G Flatrate. Das neue Angebot steht laut dem Unternehmen im Einklang mit der auf das Mobilfunkgeschäft ausgerichteten Strategie, die unter anderem einen klaren Fokus auf die Bindung und Entwicklung der Kundenbasis im Premiumsegment vorsieht. Das 4G Angebot bietet mehr Inhalt zu höheren Preisen. Telefónica Deutschland ermöglicht seinen Kunden den Zugang zu den gewünschten größeren Datenvolumina und kann diesen Trend monetarisieren.

Disclaimer:

Der vorliegende Marktbericht dient lediglich der Information. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernimmt die Boerse Stuttgart GmbH keine Gewähr. Insbesondere wird keine Haftung für die in diesem Marktbericht enthaltenen Informationen im Zusammenhang mit einem Wertpapierinvestment übernommen. Hiervon ausgenommen ist die Haftung für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.

Quelle: Boerse Stuttgart GmbH

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Boerse Stuttgart GmbH verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)



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