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Probleme im Anmarsch: Solar-Unternehmen erleben ein Déjà-vu bei Solarpanelpreisen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
28.09.2016, 16:30  |  840   |   |   
Quelle: The Motley Fool

Der Solarenergie-Markt bietet vielleicht die größte Investitionsgelegenheit seit langem, aber das bedeutet nicht, dass es Kinderspiel ist, in diesem Markt viel Geld zu machen. Investoren, die den Sektor schon eine Weile beobachten, erinnern sich vielleicht noch an das Jahr 2012, als Solar-Aktien das letzte Mal abstürzten und eine Flut an Unternehmen bankrott gingen. Vier Jahre später sind wir vielleicht dabei, eine ähnliche Entwicklung in der Solar-Industrie zu beobachten.

Neuen Berichten zufolge werden Solarmodule derzeit zum Schleuderpreis verkauft. Hinzu kommt, dass es für Solar-Unternehmen immer schwieriger wird, an neues Kapital zu kommen, weshalb große Hersteller im kommenden Jahr keine andere Option bleiben wird, als Konkurs anzumelden.

Solar-Unternehmen erleben en Déjà-vu

Das Problem, dem Solar-Unternehmen 2012 gegenüberstanden, waren fallende Preise für Solarmodule, die die bereits niedrigen Margen weiter nach unten drückten und so dafür sorgten, dass keine Geld mehr übrig war, um Betriebs- und Finanzierungskosten zu decken. Was die Lage noch verschlimmerte, war, dass viele Hersteller hohe Kredite aufgenommen hatten (oftmals von mehreren Milliarden US-Dollar), um Produktionsanlagen zu bauen. Der Preisverfall der Solarmodule ließ ihnen dann keine andere Alternative, als Ihr Geschäft zu restrukturieren.

Bildquelle: GETTY IMAGES.

Wenn man sich die Jahresabschlüsse von Solarunternehmen und die aktuelle Entwicklung der Solarpanelpreise genauer anschaut, erkennt man einen ähnlichen Verlauf. Betrachten wir doch Canadian Solar (WKN:A0LCUY), einen der größten und profitabelsten chinesischen Solaranlagen-Hersteller. Das Unternehmen erwirtschaftete vergangenes Quartal einen Umsatz von 0,63 US-Dollar pro Watt und eine Bruttomarge von 0,11 USD pro Watt. Nach Abzug von Betriebs- und Finanzierungskosten betrug die Nettomarge des Unternehmens 0,03 USD pro Watt. Jedoch war das noch zu Zeiten, bevor die Preise für Solarmodule abgestürzt sind.

Im zweiten Quartal 2016 haben die Solar Energy Industries Association und GTM Research den Preis für Solaranlagen auf 0,59 USD pro Watt geschätzt, während jüngste Berichte von einem Betrag von 0,40 USD oder weniger pro Watt ausgehen. Wenn dies zutrifft, könnte bei Canadian Solar aus einer Gewinnmarge von 0,03 USD pro Watt schnell ein Verlust von 0,16 USD pro verkauftem Watt werden. Und alleine im vergangenen Quartal hat das Unternehmen 1.290 Megawatt veräußert – der Verlust könnte also ziemlich herbe ausfallen.

Ein Problem, mit dem jeder Solaranlagen-Hersteller zu kämpfen hat

Canadian Solar ist nicht das erste Unternehmen, das sich dieser Herausforderung stellen muss. In der nachfolgenden Abbildung ist das Produktionsniveau sowie die Brutto- und Nettomarge für Trina Solar (WKN:A0LF3P), JinkoSolar Holding (WKN:A0Q87R) und JA Solar Holdings (WKN:A1J87E) für das zweiten Quartal aufgeführt. Alle vier Unternehmen wiesen ähnliche Margen aus; und wenn der Preis für Solarpanele um 0,10 USD auf 0,20 USD pro Watt fällt, werden alle vier Verluste vermelden:

Kennzahl (Q2) Canadian Solar Trina Solar JinkoSolar JA Solar
Megawatt produziert 1.290 1.658 1.716 1.381
Bruttomarge pro Watt $0,11 $0,11 $0,11 $0,07
Nettomarge pro Watt $0,03 $0,02 $0,02 $0,02

(Daten aus den Geschäftsberichten der Unternehmen entnommen)

Diese vier Unternehmen gehören zu den stärkeren Solaranlagen-Herstellern dieser Welt und es scheint sehr wahrscheinlich, dass sich große Verluste für sie anbahnen. Wenn selbst stärkere Unternehmen in Nöte geraten, wie sollen sich dann nur schwächere Unternehmen wie Yingli Green Energy und ReneSola über Wasser halten?

Finanzierung wird der Schlüssel zum Überleben

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2012 spielten chinesische Staatsbanken für das Überleben der Solaranlagen-Hersteller eine tragende Rolle. Fast alle Unternehmen, die die Krise überstanden, erhielten von den Staatsbanken kurzfristige Kredite. Aber nicht alle bekamen die volle Unterstützung, die sie eigentlich benötigten, weshalb auch große Player wie LDK Solar und Suntech folglich pleitegingen. Auch dieses Mal werden Unternehmen höchstwahrscheinlich auf Unterstützung angewiesen sein – die Frage bleibt nur, ob sie diese auch jetzt erhalten werden.

Die vier Unternehmen, die ich oben aufgeführt habe, werden für die Solar-Industrie aufgrund ihrer Größe und relativen finanziellen Robustheit als Indikator dienen. Wenn sie sich nicht über Wasser halten können, werden schwächere Unternehmen erst recht zu kämpfen haben. Behalte die Margen und potenziellen Verluste in den kommenden Jahren im Blick; denn sollten sich die Preise wirklich so entwickeln, wie von jüngsten Berichten prognostiziert, wird die Solar-Industrie kein einfaches Leben haben.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und am 26.09.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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