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Die Wertpapiere liegen auf der Straße

Gastautor: Bernd Niquet
01.10.2016, 13:00  |  1989   |   |   

In dieser Woche gab es ja auch mal wieder ein paar nicht so schöne Tage für die Aktien. Über die schrieb die Presse dann, dass es an der Börse mehr Verkäufe als Käufe gegeben habe. Das heißt also, schließe ich, viele Aktien wurden verkauft, sind aber nicht gekauft worden. Das bringt die Frage auf: Wo sind sie jetzt?

 

Der Grund, weshalb sie nicht auf der Straße liegen, findet sich wohl ausschließlich darin, dass Aktien heute nur noch virtuell existieren. Die nicht gekauften verkauften Aktien werden also irgendwo im virtuellen Raum herumliegen.

 

Es gibt jedoch Wertpapiere, die tatsächlich auf der Straße herumliegen. Oder vielleicht ein paar Zentimeter darüber. Das sind die Nummernschilder unserer Autos. Sie sind ja auch so etwas wie Wertpapiere, denn sie verbriefen – oder, korrekter gesprochen, „verblechen“ - die Zulassung eines Autos, seine staatliche Anmeldung und den Versicherungsschutz.

 

Erstaunlicherweise haben wir uns in diesem Zusammenhang gesellschaftlich zu einem Modell entschieden, bei dem diese Wertpapiere nicht einmal mit einer Schraube gesichert werden, sondern nur an einer Halteeinrichtung festgeklickt sind.

 

Wer diese Wertpapiere also stehlen will, muss sich nicht überanstrengen. Also ideal für die heutige Zeit. Und warum das machen? Genauso wie man Ausweise oder Pässe stiehlt oder fälscht. Oder einfach nur, weil man einmal umsonst tanken will.

 

Bei mir in der Gegend hat man am letzten Wochenende bei sieben Autos die Kennzeichen abmontiert. Das scheint ein einträgliches Geschäft zu sein. Und ich bin nur riesig froh, dass die Flüchtlingsunterbringung in der Nähe nicht wie geplant realisiert worden ist, denn ansonsten käme ich jetzt sicherlich auf dumme Ideen.

 

Die Polizei, mit der ich gesprochen habe, ist da komplett fatalistisch und sagt: „Wenn es nicht die Nummernschilder sind, sind es die Navis. Da kann man schlicht nichts machen.“

 

Mein Auto hat allerdings kein Navi, ist auch für Autodiebe nicht interessant, und zudem besitze ich keine Feinde, die mir die Reifen zerstechen könnten. Dennoch habe in den letzten Nächten unruhig geschlafen. Daher habe ich nun gehandelt und habe mir die Nummernschildern festnieten lassen. Seitdem schlafe ich viel besser.

 

Ich kann das nur empfehlen! Gleiches habe ich im Übrigen bereits seit langen Jahren bis Jahrzehnten mit meinen Wertpapieren gemacht. Sie sind in meinem Depot festgenietet, deswegen können sie in Krisen auch nicht unter die Räder kommen oder gar auf die Straße geschleudert werden.

 

Auch das kann ich nur wärmstens empfehlen. Gerade im Oktober.

 

 



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Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. Das Buch ist sehr speziell. Es ist kein Wirtschaftsbuch, sondern eher ein Versatzstück zu "Jenseits des Geldes". Wenn der Arzt oder der Apotheker ratlos sind, fragen Sie bitte direkt beim Autor an: berndniquet@t-online.de Bernd Niquet: "In tiefsten Schichten". Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2015, 327 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-95744-926-9.

Bernd Niquet: "Die bewusst herbeigeführte Naivität". Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2014, 265 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-95744-306-9.

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Kommentare

Nein, nein, die Aktien sind jetzt nur woanders. Nachdem Insider aus Politik (Justiz), Ratingagenturen und Wirtschaftsmogulen an einem Tag Milliarden gemacht haben, konnten sie fein am nächsten Tag mit dem geraubten Geld Aktien der Deutschen Bank kaufen, was der Kursverlauf eindeutig bestätigt. Der eine verliert, der Politmob gewinnt. Wie immer!

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