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Börse Stuttgart-News bonds weekly

Gastautor: Börse Stuttgart
14.10.2016, 15:51  |  484   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Anleihenmarktbericht der Börse Stuttgart

SORGE UM CHINA ERNEUT ENTFACHT

Zinserhöhung in den USA rückt näher

Stützten die deutschen Exporte jüngst noch den deutschen Aktienmarkt, so belasteten enttäuschende Nachrichten aus China am Donnerstag die Börse. Die Exporte des Landes brachen im September um zehn Prozent ein und damit deutlich stärker als erwartet. Auch die Importe gingen um fast zwei Prozent zurück. Die Sorgen über den Zustand der zweitgrößten Volkswirtschaft sind zurück. Der Dax rutschte am Donnerstag als Reaktion auf diese Nachricht unter die Marke von 10.400 Punkten.

Aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Protokoll der zurückliegenden Fed-Sitzung geht hervor, dass die Währungshüter generell der Meinung sind, dass die Argumente für eine Anhebung der Zinsen zugenommen haben. Wegen einer sich verhalten entwickelnden Inflation war die Mehrheit im Offenmarktausschuss allerdings dafür, zunächst noch stillzuhalten.

Deutsche Exporte waren im August um 5,4 Prozent gegenüber dem Stand vom Vormonat gestiegen. Es handelt sich um das stärkste Wachstum seit über sechs Jahren. Konsensschätzungen hatten mit einem deutlich geringeren Anstieg gerechnet.

Bundesanleihen

Die schlechte Börsenstimmung in Asien richtete am Donnerstag den Fokus auf als sicher bewertete Wertpapiere. So konnten deutsche Staatsanleihen am Donnerstag Kursgewinne verzeichnen, die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 0,02 Prozent.

Der richtungsweisende Euro-Bund-Future notierte fester bei rund 164 Prozent. Trotz Erholung bleiben Experten skeptisch. Die Europäische Zentralbank habe Gerüchte am Markt über eine Eindämmung ihres Wertpapierkaufprogramms nicht vollständig zerstreuen können - oder wollen. Zudem rechnen viele Anleger mit einer Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed im Dezember.

Portugals Bondrenditen fielen zum Wochenauftakt deutlich zurück. Grund waren Äußerungen des portugiesischen Finanzministers Mario Centeno. Er hatte am späten Freitag mit Blick auf die Haushaltslage des Landes von einer sehr komfortablen Situation Portugals gesprochen. Das dämpfte die Sorgen vor einem Rating-Downgrade. DBRS wird in weniger als zwei Wochen das Investment-Grade-Rating des Landes überprüfen. Die zehnjährigen Bonds Portugals rentierten mit 3,43 Prozent nach 3,59 Prozent am Freitag. Das Tief war gestern bei 3,39 Prozent.

Anlegertrends

Lanxess übernimmt Chemtura Corporation

Der Kölner Spezialchemie-Konzern Lanxess plant die Übernahme des US-Konkurrenten Chemtura, einem der großen global tätigen Anbieter von hochwertigen Flammschutz-und Schmierstoff-Additiven. Lanxess baut mit dieser größten Akquisition in seiner Geschichte sein eigenes Additiv-Portfolio deutlich aus und wird in diesem Wachstumsmarkt zu einem der größten Akteure weltweit.

Die Transaktion mit einem Unternehmenswert von insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro soll im Wesentlichen über Anleihen sowie aus bestehenden liquiden Mitteln finanziert werden.

Vergangenen Freitag emittierte die Lanxess AG zwei Unternehmensanleihen. Besonders die fünfjährige Anleihe (WKN: A2BN7N) im Volumen von 500 Millionen Euro ist von Anlegern stark nachgefragt. Der Bond ist mit einem Kupon von 0,25 Prozent ausgestattet und kann zu einer Mindeststückelung von 1.000 Euro nominal gehandelt werden. Seitens des Emittenten besteht bis zum 07.07.2021 eine Make Whole Call Option unter Zahlung einer Prämie in Höhe von 0,15 Prozent und ab dem 07.07.2021 ein Kündigungsrecht zum Kurs von 100 Prozent.

Die zweite Emission (WKN: A2BN7P) ist am 07.10.2026 fällig. Auch hier hat sich der Emittent eine Make Whole Call Option bis zum 07.07.2026 mit einer Prämie von 0,20 Prozent einräumen lassen. Danach kann er zum Kurs von 100,0 Prozent kündigen. Für den zehnjährigen Titel wird ein Zinssatz von 1,0 Prozent p.a. gezahlt, die kleinste handelbare Einheit beträgt 1.000 Euro nominal. Beide Anleihen werden von Standard & Poor’s mit BBB- bewertet.

Adidas unter neuer Führung

Die bis Oktober 2021 laufende Anleihe der Adidas AG (WKN: A13R5D) stieß in der Handelswoche auf reges Interesse bei Anlegern. Der 600 Millionen Euro schwere Bond wird mit 1,25 Prozent p.a. verzinst und kann zu einer Stückelung von 1.000 Euro nominal gehandelt werden. Aktuell notiert die Anleihe bei 104,18 Prozent, was einer Rendite von 0,45 Prozent entspricht.

Beim Sportartikelhersteller Adidas hat eine neue Ära begonnen: Nach 15 Jahren hat Herbert Hainer das Unternehmen verlassen und Platz für den Dänen Kasper Rorsted gemacht. Nach einer zweimonatigen Einführungsphase trägt der 54-jährige Rorsted nun seit dem 1. Oktober die operative Verantwortung für den 3-Streifen-Konzern aus Herzogenaurach. Er hat dort die Erneuerung abzuschliessen, die noch sein langjähriger Vorgänger, Herbert Hainer, eingeleitet hat. Es gilt, das Geschäft in Russland neu anzukurbeln und sich in den USA so aufzustellen, dass Platz zwei zurückerobert und gehalten werden kann. Die Vorschusslorbeeren für Rorsted beruhen auf seiner Fähigkeit, die Profitabilität eines Unternehmens konstant und nachhaltig zu steigern. In den acht Jahren an der Spitze Henkels verdoppelte sich die Ebit-Marge des Konsumgüterkonzerns. Sowohl im Klebstoffbereich als auch im Waschmittel- und Körperpflegegeschäft erzeugte Rorsteds frischer Wind mehr Ertragskraft.

Lufthansa steigert Passagierzahlen und Frachtaufkommen

In der Handelswoche war der bis September 2019 laufende Bond der Deutschen Lufthansa AG (WKN: A12UAP) von Anlegern an der Börse Stuttgart gut nachgefragt. Die in 1.000er Stückelung handelbare Anleihe ist mit einem Kupon von1,125 Prozent ausgestattet. Das Standard & Poor’s Rating lautet BBB-. Aktuell notiert das Papier bei 102,01 Prozent und rentiert damit bei 0,43 Prozent.

Der Lufthansa-Konzern hatte am Dienstag gemeldet, im September 10,8 Millionen Passagiere befördert zu haben - ein Anstieg von 5,2 Prozent. Der europäische Hauptkonkurrent Air France-KLM kam nur auf 2,8 Prozent. Alle Sparten trugen zum Wachstum der Passagierzahlen bei, insbesondere die mit großen Hoffnungen versehene Billig-Airline Eurowings, die die Zahl der Fluggäste um 10,6 Prozent steigerte.

Begünstigt wurde diese positive Entwicklung allerdings von einem Basiseffekt: Im Vorjahreszeitraum waren wegen je eines Tages Streik auf der Kurz- und der Langstrecke viele Flüge ausgefallen. Positiv entwickelte sich aber das Frachtaufkommen. Hier war die Auslastung der Maschinen um 2,8 Punkte auf 65,9 Prozent gestiegen.

Disclaimer:

Der vorliegende Marktbericht dient lediglich der Information. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernimmt die Boerse Stuttgart GmbH keine Gewähr. Insbesondere wird keine Haftung für die in diesem Marktbericht enthaltenen Informationen im Zusammenhang mit einem Wertpapierinvestment übernommen. Hiervon ausgenommen ist die Haftung für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.

Quelle: Boerse Stuttgart GmbH

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Boerse Stuttgart GmbH verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)



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